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Geschichte von Frankreich
hatte, so wollte er diese Bedienungen nicht annehmen, bevor er den Herrn von Lüyne»1617. um Rath gefragt hätte, und der Gcuchmhallung des Königes versichert wäre. Manerlaubte ihm, sie anzunehmen , aber kaum fieng er an , sie zu versehen , so erfuhr er,daß die Feinde, die er an dem Hof hatte, sich bemühcten, ihn bey dem Günstling desKöniges verdächtig zu machen. Vergebens schrieb er ihm, daß er, so lange er beyder Kömgin Mutter seyn würde, für alle Entschließungen, die in ihrem Rathe wür,den gefaßet werden, gut stünde; vergebens versprach er, daß das Ansehen des Koni»ges darinnen jederzeit sollte in Ehren gehalten, daß so gar die Vortheile seiner Vcr,trauten und seiner Minister darinnen sollten geschonet werden, und daß er der ersteseyn wollte, der Nachricht ertheilte, wenn an dem Hose zu Blois eine geheime Sachesollte angesponnen werden, die nur die geringste Unruhe in dem Staat zu verursachenvermögend wäre: Man glaubte seinen Briefen nicht. Man gab beständig vor, daßer aus keiner andern Ursache bey der Königin Mutter bliebe, als um ihr rachgierigeAnschlage zu geben, und der Marquis von Richelieu, sein Bruder berichteteihm , daß er bald einen Befehl erhalten würde, aus Blois zu gehen. Er hielt nichtfür rarhfam, ihn zu erwarten, und er bat die Königin Mutter um Erlaubniß, einigeTage in seinem Prlorat von Coußay, in Anjou, zuzubringen. Kaum war er daseibst»»gekommen, so erhielt er einen geheimen Kanzleybriei, wodurch ihm anbefohlen wur,dc, sich in seinen Kirchenlprengel zu begeben. Die Königin Mutter, welche gehofthatte, ihn bald wieder zu sehen, wurde üocr diese Ungnade äußerst betrübt; Sieschickte den Bischof von Bezicres - -- an den König, um ihn zu bitten, daß er ihr denBischof von Lüson wiedergeben sollte. Sie schrieo die nachdrücklichsten und dringend-sten Briefe von der Welt, allein sie konnte Nichts, als ungewiße Versprechungen er,halten, welche ohne Würkung blieben. Je eifriger sie die Zurückkunfr des Bischofsvon Lüson zu wünschen schi-me, um so viel vergnügter war man, daß man ihn entfer,Proceß der net hatte. Ihre Betrübniß wurde von neuem vermehrt durch den Proceß und durchMarschallm Verurthcilung der Marschallin von Ancre. Diese Dame war zween Tage nach»ou Ancre. Tod ihres Mannes von einigen Commißarien des Staatsraths verhöret worden,
da sie noch m dem Louvre gefangen war " Den zweyten May brachte man sie indie Bastille, wo sie noch verschiedene male vor den nämlichen Commißarien zur Verhörgebracht wurde. Hierauf gelangte ein offener Brief an das Parlement, um dem An,denken des Marschals von Ancre, der Marschallin, seiner Gemahlin, und ihren Mit,schuldigen den Proceß zu machen.
Den zwölften Mal wurde sie aus der Bastille in das Parlementsgefangniß ge,bracht, und die Herren Hofrathe Courkin und Deslandes Payen erhielten Befehl, denProceß, nach der gewöhnlichen Form, zur Untersuchung zu bringen.
Peter Mülard, Parlementsprocuraksr, wurde zum Vertreter für das Anden,ken des Marschals von Ancre bestellet. Man legte Vrncenz Ludovici undAnton Mont,«ubert, seine vertrautesten Secretäre, ins Gefängniß. Man erneuerte die Anklagen,so wider den Marschal und seine Gemahlin in der Sache eines, mir Namen Maignat,waren erhoben worden, der, wegen seiner geheimen Händel an den fremden Höfen,hingerichtet worden war. Man ließ die Maria Bocharr, Wittwe des Prouvillc, Ma,jorS.von der Citadelle zu Amicns, in den Proceß mit eintreten, welche eine Bittschriftüberreichte, wsrknnen sie um Recht , wegen des an ihrem Manne verübten Meuchek,mords, anhielte. Man brachte verschiedene Briefe, die unter ihren Papieren waren
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- r - Er hieß BvW-
Uercurv k'rsnxol», t. 4.