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Geschichte von Frankreich
Worten habetk Flehen Sie vielmehr, sagte er zu ihr, die Barmherzigkeit GOkfteö, wegen Ihrer Sünden an, Sie haben deren sehr vonnöthen.
Man übergab sie zween Doctoren von der Sorbonne, welche sie zum Tode be-reiteten. Sie beichtete, und ließ weiter nichts mehr, als nur gotteöfürchlige Ge-sinnungen blicken, wodurch jedermann erbauet wurde; man führeke sie auf den Richt-satz la Greve um sieben Uhr des Abends ; sie ließ den Karren vor der Kirche desheiligen Peters des Arcis halten, um ihr Gebet zu verrichten. Als sie auf demPlatz la Greve ankam, so erblickte sie in einer ziemlichen Entfernung einen Edelmann,der in Diensten des Commcnthurs von Silleri war. Sie rufte ihn verschiedene ma-le bey seinem Namen, und ersuchte ihn, er mögre dem Herrn Kanzler und demCom-menkhur, seinem Herrn, sagen, daß sie sie um Verzeihung bäte, wegen der unge-rechten Verfolgungen, die sie wider dieselben erreget hätte.
Das Volk hakte Mitleiden mir ihr, und die Herzogin von NeverS, welcheihr seit langer Zcitftind war , und die zu einem Fenster heraus schauere , um ihrerfeindfeeligen Gesinnung wider sie durch den Anblick ihrer Hinrichtung ein Genügen zuthun, zerfloß in Threnen, als sie sie aus der Biukbühne sahe. Die Marschallin batalle diejenigen, welche sie beleidiget hatte, demüthig um Verzeihung, und indem sieihre Seele GOtt befahl, hieb ihr der Henker den Kops ab, und warf ihn, nebst demRumpf, in das Feuer. Das Volk wurde durch diesen Anblick lebhaft gerührt, undes war nicht jedermann überzeugt, daß sie ein so strenges Urtheil verdienet hät-te. Viele betrachteten sie, als ein Schlachropfer, so dem eifrigen Anhalten des Ho-fes und dem besondern Inrereße derjenigen , welche herrschten, aufgeopfert wurde.Der Herzog von Rohan sagt in seinen Denkschriften, daß Lüyncs der Marschallin vonAncce den Proceß machen ließ, um ihr Vermögen zu bekommn«, und daß er so vielunerlaubte Ansuchungen und außerordentim e Mittel anwendete, um das.Todce-urtheil wider sie auszuwürken, daß das Volk zu Paris feinen Haß in Mitleidenverwandelte. Der König gab in der That seinem Favoriten alle unbewegliche Güterdes Marfchals und seiner Gemahlin , welche eingezogen worden waren. Er wolltealsdann sein Glück durch eine große Verbindung unterstützen r;Man that ihmden Vorschlag, er sollte Mademoiselle von Vcndome heyrathen : Aber er befürchte,es mögte ihm diese Heyrath allzumächkige Neider zuziehen. Er hielt für beßer, sichmit Marien von Rohan, ältester Tochter des Herzogs von Mombason, zu verbin-den. Hieraus siehet man, daß, wenn er gleich manchmal seinen Ehrgeitz zu mäßigenwußte, er ihn doch auch nicht in allzucngen Schranken hielte.
Ob er gleich schon auf den höchsten Gipfel der Guusi gelanget war, so enthielter sich doch mir Fleiß, in den Staaterach zu kommen: .Aber er wollte von allem Nach-richt haben, was darinnen vorgienge. Er that cinesmals dem Herrn von Bricnnedas Anerbieten , ihn an seinem Ansehen mit Theil nehmen zu l?ßen, wenn er sich anhei-schig machen wollte, ihm ein Tagebuch von allem dem zu liefern, was in dem StaalS-rath würde beschloßen werden. Bricnne hielte sich durch diesen Vorschlag sehr be-leidiget und gab ihm zu verstehen, daß er der Wann nicht wäre, der ihm zum Kund-schafter dienen wollte. Allein man ist bemüßigct , zu glauben, daß Lüynes andere fän-de , welche leichter zu bereden waren. Es kamen schon alle Gnadenbezeugungcn aufihn an, und der Herzog von Bouillon, da er sahe, daß er mit eben der Gewalt herrsche-te, die dem Marsch«! von Ancre so viele Feinde zugezogm hatte, sagte ziemlich öffenr-
äe kl.obaa.