Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. 167

llch, man hatte bey der vorgefallenen Veränderung kein anderes Wirthshaus/ son-dern nur einen andern Zeiger erwählt.

Um nun diesem Murren ein Ende und seine Herrschaft bey dem Volke angenehmzu machen/ so bewog Lüyneö den König / den Ausschuß der Stände nach Rouen zu-sammen zu beruffcn / um die Mittel zu überlegen / wie man die Mißbrauche abstellensollte -; 4 . Das Zusammenbcruffnngsschreiben ist dalirt vom vicrdten Oktober/ 5617.und die Eröfnung der Versammlung geschahe den vierdten December/ in dem großenSaale des erzbischöstichen Pallastee. Diese Versammlung bestund "; aus einer ge-wiß«, Anzahl von Prälaten und von Edelleuten / welche der König ernennet harte,um derselben begzuwohncn ; aus dem ersten und dem zweyten Präsidenten und demGeneralprocuratur des Parlements zu Paris ; aus den ersten Präsidenten und denGeneralprocurakoren der Rechnungskammern und des Steuerrathes zu Paris und zuRouen.

Es entstünde gleich im Anfang ein ziemlich heftiger Streit zwischen dem Adelund den MagistrakSperlonen. Die von Adel verlangten / daß man ihnen gegen derCkeritev über ihren Platz anweisen sollte und daß die Magistratspersonen/ als welchevon dem Bnrgerstandc wären / ihnen nachsitzen sollten. Diese stellten vor / daß esihnen nicht zukäme / dem Adel / deßen Richter sie waren, den Vorrang zu laßen;daß sie niemals der allgemeinen Versammlung der Reichsstände / als Abgeordnete desVolks/ bkywohmten/ und daß sie sich nur bey dem Schliche und bey der Eröinungder Versammlung/ als Skaatsräkhe einfänden. Man verordnete / daß die Edelleuteum den König/ und um den Herzog von Anjou, seinen Bruder/ der in AbwesenheitSr. Majestät Präsident der Versammlung war, herumsitzen sollten. Aber zu glei,cher Zeit wurde in einer besondern Erklärung gemeldet/ daß diese Verordnung zu kei-ner Folge gereichen sollte / in Absicht auf die Stelle / die der Adel jederzeit bey ei-ner allgemeinen Versammlung der Reichsstände, nach dem geistlichen Stande ge-habt hatte.

Die Versammlung richtete ein Verzeichniß Ihrer Vorstellungen an den Königund an die Komgm, Mutter des Königes, Gouvernamm und Generalstatthal«terin Sr. Majestät in der Normandie / und an Monseigneur von LüyneS,Staarsrath, Oberkammerjunkern des Königes, Oberfaikenier von Frankreich,Gouverneur der Städte und des Schloßes von Amboise und von Pont - de« i'Ar-che, und Generalstatthalrer in dem Lande und Herzoglhum Normandie.

Die Königin Mutter wurde nur, der gewöhnlichen Forme wegen / genennet;denn ob sie gleich das Gouvernement von der Normandie noch harte / so besaß dochder Herr von küynes, der nur ihr Statthalter war, allein alle Gewalt in dieserProvinz.

Der

2 ? 4 Hssemdtöe ö« notrdler ä kouen, re-cusil 6s Dupin, r. 2 .

Es waren dabey eilf Abgeordnete vonwegen drrElerisey, welche alle Erzbischoffe oderBischöffe waren; dreyieh» von dem Adelstände,Si6 nämlich die - rre» von Ragny , von Pa-kaifean, und von Anoeiot, Ritter des Ordens;die Herren von Geuvron, von Montpezat, vonia Mailkraie, vsn Lauileu, vonAmbres und

-s» Vaillae, die alle Katholiken waren. DieHerren von PIeßis, Mornay , von Mourgue,von la Noue, und von la Rochcbeaueour, we -che alle vier Protestanten man n. Dem Bru'-der des Kom as, der den Vorsitz in der Ver-sammlung hatte, waren als Gehülfen zugege-ben , die Cardinale dü Perron und von la Ro-chefoucaulk, nebst dem Herzoge von Monrbasonund dem Marschal von Brißac. lVlem. mk.Su L^srgul, äe b'vnlenLt- lVIsrcuil.