Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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Geschichte von Frankreich

Der König schickte hierauf der Versammlung zwanzig Artikel/ welche die der-1617. schiedencn Theile der Regierung anbetrafen / und Se. Majestät verlangte/ daß ein je-der seine Meynung davon rröfncn sollte. Aber man sahe von allen den schönen Ein-richtungen/ die in Vorschlag gebracht wurde»/ keine andere Würkung/ als die Ab-schaffung der Paulerte / welche durch ein Edict vom funfzehnden Jänner des folgcn-Jahrs befohlen / aber drey Jahre hernach wiederruffcn wurde. Der Herr von Brien,ne sagt/ daß diese Versammlung mchr in der Absicht zusammenbcruffen worden/um dem Staate einige Vortheile zu verschaffen/ sondern nur, um einen anstän-digen Vorwand zu fernerer ^Erhebung der Auflagen zu haben. Er fügt hinzu/daß man dabey den Entschluß faßte/ die Königin Mutter nicht wieder nachHof zu beruffen , und den Prinzen von Condee nicht in Freyheit zu setzen.

Alles / was man / seit dem Tode des Marschals von Ancre, zum Vortheildieser Prinzen hatte erhallen können/ war dieses / daß man der Prinzcßin von Con-bes/ seiner Gemahlin / erlaubte / sich bey ihm in der Bastille aufzuhalten. Sie be-gab sich den neun und zwanzigsten Junius / 1617. hinein/ und folgte ihm nachVincennes / wohin er den funfzehnden September des nämlichen Jahrs gebrachtwurde -z< 5 .

Deränderun- Eine von den ersten Sorgen des Herrn von Lüynes war gewesen / dem Herzo»se des ^ von Anjou/ einzigen Bruder des Königes, den Hofmeister zu nehme« / welchen

von Anjou.' ^ ihm die Königin Mutter gegeben hatte / um einen von seiner Wahl an diese Stellei» setzen.

Dieser Prinz / der den fünf und zwanzigsten April 1608- gebohren war/ wur,de anfänglich von der Frau von Monkglat / Hofmeister«« der Kinder von Frank-reich/ auferzogen. Er bekam hierauf zum Hofmeister den Herrn von BreveS/ eine»Edelmann aus NivernoiS/ der dem Könige und dem Staat mehr/ als dreystg Jahrlang/ als Gesandter an dem Hofe zu Constaneinopel, gedienet hatte. Er ist derUrheber von den meisten Vergleichen / welche noch heut zu Tage zwischen Frankreichund der otkomannischen Pforte beobachtet werden.

Er erhielte nach diesem die Gesandtenstelle zu Rom/ wo er Gelegenheit hatte,dem Marschal von Ancre und seiner Gemahlin / in Absicht auf die großen Einrichtun-gen , die sie für sich in Italien machen wollten/ Dienste zu leisten. Sie brachten ihmnach seiner Zurückkunfr die Stelle eines Hofmeisters des Herzogs von Anjou zuwege»,wozu er sehr geschickt war. Er führte sich so klug auf, daß man bemüßigel war,ihn bey seiner Abschaffung mir dem größten Theil der Vcrorüßlrchkenen zu verscho-nen, welche gewöhnlicher maßen mit der Ungnade verknüpft sind. Der Kanzler ließihn zu sich kommen, und sagte ihm in Gegenwart des Siegelverwahrers , des Prä-sidenten Jeannin und des Herrn von Villeroi, baß der König für gut befände, ihn,aus Ursachen, die man ihm nicht bekannt machen wollte, der Sorge für die Aufer,zichung des Herrn Herzogs von Anjou , seines Bruders, zu entledigen; daß übrigensSe. Majestät mit seinem Verhalten sehr wohl zufrieden wäre und ihm , zur Beloh-nung für die Mühe, die er angewendet hätte, um Dero Herrn Bruder wohl zu er-ziehen , eine Summe von funfzigtausend Thalern gäbe, die ihm innerhalb dreyJahren aus der Rentkammer sollten bezahlet werden; daß er über dieses noch einJahrgeld von sechstausend Livres und die Erlaubniß haben sollte, bey Sr. Majestätvon Zeit zu Zeit seine Aufwartung zn machen. Man schafte zu gleicher Zeit einige

andere

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