Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm. 169

andere Hausbediente des Herzogs von Anjou ab, und unter andern Püylaurent, el--

nen Vetter des Herrn von Breves, der einer von den beeden Unterhofmeistern war. 1617.

Der Herr von BreveS hielte es für seine Schuldigkeit, der Königin Mut,ter von dieser Veränderung Nachricht zu geben: Aber er schrieb ihr weiter nichts,als dieses, daß der König ihm, in Betracht seines hohen Alters, die Gnade erwie-sen hatte, ihn einer Bedienung zu entledigen, die viele Wachsamkeit und eine strengeBeobachtung der Pflichten erforderte - r Die Königin beklagte sich darüber, daßman «ine solche Veränderung mit dem Hofmeister ihres Sohns vornähme , ohne sieum Rath zu fragen. Allein man bekümmerte sich nicht viä um ihre Beschwerden,und der Graf von Lüde, dem die Herren von tüynes Dank schuldig waren, wurde zumHofmeister des Herzogs von Anjou, anstatt des Herrn von Breves, ernennet. DüLüde, der sich nicht gerne Zwang anthat, überließ die ganze Sorge für bieAuferzk,hnng des jungen Prinzen dem Herrn von Contade , der an die Stelle des Püylau-rent gekommen war. Man bemerkte, baß diese Veränderungen der Auferstehung desPrinzen keinen Vortheil brachten.

Frankreich verlohr in diesem Jahre eine berühmte Magistratsperson und einen Mini« der Prass-

ster,der sich ein großes Ansehen erworben hatte. Jener war Jacob August von Thou,dente«v»nTl>o>r.der den siebenzehnden Mai, 1617. in einem Alter von vier und sechzig Jahren starb.

Seine Letbesbeschaffenheit hatte, in den ersten Jahren seines Lebens, so schwach undzart geschienen, daß man lange Zeit ohne alle Hofnung war, daß er sich jemals aufetwas würde legen können. Jndeßen, da seine Gesundheit stärker geworden war , si»brachte er es ungemein weit in den Wißenschaften. Er hatte nur eine mittelmäßigeGeschicklichkeit in der lateinischen Dichtkunst , und seine Verse haben bey weiten dieVorzüge nicht, welche man an seiner ungebundenen Schreibart findet. Er erwähl-te anfangs den geistlichen Stand, den er nicht eher, als im Jahr iz84- verließ, umdas Amt eines Requetenmeisters anzunehmen. Er hatte die so genannten geringern Or-den erhalten und er genoß einige Pfründen, welche er abträte. Er verhcyrathete sichzweymal. Seine erste Ehegattin war aus dem Hauße von Barbanfon - Cany , unddie zweyte aus dem Hauße von la Chatre. Seine Geschichte wird , in Ansehungder Schreibart, von jedermann hochgeschätzt; aber sie zog ihm vielen Verdruß zu,weil er darinnen seine Gesinnungen mir allzugroßer Freyheit entdeckte.

Der König verlohr noch mehr an der Person des Herrn von Villeroi, der zu xod d«S Herr»Ilouen, wahrend der Versammlung des Ausschußes der Stände, den zwölften De-vvn Villeroi.cember, in einem Alter von vier und ficbcnzig Jahren starb.

Er hatte sich im Jahr 1559. mit Magdalcnen de l'Aubespine, Tochter desStaatssekretärs, verheyrathet; dieses war der Anfang seines Glückes. Er wurdevon selbiger Zeit an in den wichtigsten Geschäften gebraucht, und er arbeitete ohne Un-terlaß für das Wohl des Staate, unter vier verschiedenen Königen, sechs und fünf-zig Jahr lang. Man schickte ihn anfänglich nach Spanien, um die Vollziehung eini-ger Artikel des Tracrats von Chateau, Cambresis zu betreiben. Von dar schickte manIhn nach Italien, wo er das Vorfltzungsrecht, welches die Könige in Frankreich bisdaher gehabt hatten, erkennen machte. Im Jahr 1567. legte sein Schwiegervaterl Aubespine seine Bedienung, als Staatssecrerär, ihm zum Besten , nieder, und

Villeroi

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Gesch. von Frank. XU. Theil.