Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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17v Gesthichte von Frankreich

Villeroi verwaltet« dieselbe beständig fort mit so großer Uneigennützigkelt, daß, nach-1617. dem er so viele Jahre gedicnet hatte, es sich fände, daß sein ererbtes Vermögen umnicht mehr , als nur zweytausend Livree jährlichen Einkommens, zugenommen hakte.Es war schwehr, daß er, in Zeiten, wo es so viele Unruhen und Rotten gab, so langedie Verwaltung der Staatsgeschäfte behielte, ohne verschiedene Stürme auszustehen,deren einige ihn nöthigten, sich zu entfernen : Abe,r seine vorzüglichen Eigenschaftenund seine Unentbchrlichkeit machten, daß man ihn allemal wieder zurückberief. Hein-rich IV. hakte eine so hohe Meynung von ihm, daß er zum öftern sagte - z», die Ge-schäfte von Frankreich wären die Geschäfte des Herrn von Villeroi, er arbeitetebeständig und würde niemals müde, sich verdient zu machen. Als dieser großeKönig im Jahr 1605. erfuhr, daß der Herr von Villeroi krank geworden wäre, sosagte er: Ick weis nickt, ob mein Leben oder das Leben des Herrn von Villeroifür das Wohl meines Staates nothwendiger ist.

Man hat angemerkt, daß dieser geschickte Minister seinen Verstand durch dasStudieren nicht angebauet hatte. Der Herr von Sülli, der kein Freund von ihmwar, sagt, daß er sich nicht unterstanden hätte, einen öffentlichen Vortrag zu thun;aber diejenigen, so am meisten studiert hatten, bewunderten feine Geschicklichkcit undFähigkeit in Verwaltung der Slaatsgeschafte. Es ist Schade, sagte einer von ih-nen, daß die Wissenschaft des Herrn von Villeroi ruckt in unfern Büchern siehet.

Dem Herzoge von Epernon, dem die Herrschaft des Marschals von Ancre un-leidlich gewesen war, kam es noch schwehrer an, sich zur Herrschaft de--Herrn von Lüyneszu gewöhnen. Er befand sich in seinem Gouvernement von Angoumois, als er dieVeränderung erfuhr, welche den vier und zwanzigsten April 1617. an dem Hofe vor-gegangen war. Er schickte den Herrn Düpleßis, einen seiner vornehmsten Vertrau-ten, zu dem Könige, um ihm Glück zu wünschen, daß er den Marschak von Ancr«aus dem Wege geräumt hätte. Dieser Abgeschickte hatte Befehl, zur Königin Mut-ter nach Blois zugehen, und ihr den Antheil zu erkennen zu geben, den der Herzogvon Epernon an ihren unglücklichen Umständen nähme.

Der Herzog ließ hieraus den Marquis von la Valette, seinen zweyten Sohn,nach Hof abreisen und folgte ihm etliche Monate daraus nach, und brachte einige aus,gesuchte Soldaten mit sich, die er, als Oberbefehlshaber von dem Leibregimcnk, un-ter seine Compagnie thun wollte. Als er zu Loches, worüber er Gouverneur war,sich befände, so schickte er diese neugeworbenen Soldaten zu dem Marquis vor» la Va-lette. Der Herr von Lüynes, der von Natur argwöhnisch war, hielte diese neuenSoldaten für einen Trupp von Meuchelmördern , welche der Herzog von Epernonmitten aus Gascogne hergebracht hatte, um fie bey Gelegenheit zu gebrauchen. Erbewog den König , daß er sie von seinem Lckbregiment fortschaffen ließ, und fie wur-den, auf Befehl Sr. Majestät, des Diensts entlasten, ohne daß man vorher dem. Herzoge von Epernon nur ein Compliment deßwegen gemacht hätte. Er war schonnahe bey Paris, als er diese Neuigkeit erfuhr, und es verdroß ihn Views Verfahrendermaßen, daß er auf der Stelle wieder nach seinem Gouvernement zurückgekehrt wäre,

- wenn er solches, ohne ein großes Aufsehen zu machen, hätte thun können.

l6lF. So bald er bey Hof angelanget war, so ließ sich der Herr von Lüynes , der

ihn furchte, angelegen seyn, ihm viele Schmeicheleyen zu erweisen. Der Herzog vonEpernon verbarg seinen Unwillen, und erwiederte dieselben durch Versicherungen von

seiner

rzs Usrours , t. x.