>78
Geschichte von Frankreich
Dieser Abt stund in sehr schlechter Gunst bey dem Herzoge von Epernon, seitlütZ. einer Streitigkeit, die er mit dem Marquis von Rouillac, Nefen des Herzogs, ge,habt hatte. Er unterstund« sich nicht, zu ihm nach Metz zu gehen, indem er sicherglaubte, daß er allda sehr übel würde aufgenommen werden; sondern er schickte denVincenzio tudovici, der Sccretar des Marschais von Ancre gewesen war, mit einemvon der Königin Mutter unterzeichneten und vom achtzchnden Julius 1618- datirtmBeglaubigungsschreiben dahin.
Vincenzio führte sich sehr klug auf. Er nahm zuerst seinen Aufenthalt zuMetzin einem Gasthofe ? ^ Hierauf ließ er dem Herrn Düpleßis, einem Vertrauten desHerzogs von Epernon, sagen, cS wäre einer von seinen alten guten Freunden so ebenzu Metz angekommen und wünschte, das Vergnügen zu haben, lhn in den, Gasthofzum Mshrenkopf, wo er sich aufhielte, bey sich zu sehen. Düpleßis merkte sogleich,daß dieses Compliment von einer in geheim abgeschickten Person herkäme, die mit demHerzoge von Epernon über eine wichtige Sache zu handeln hätte. Er schickte einenvertrauten Kammerdiener, Namens Cadillac, in den Mohrenkopf, um zu sehen, werdieser Unbekannte wäre. Der Kammerdiener redete mit Vincenzio, der ihm aber wek,1er nichts sagte, als daß es ihm ein großes Vergnügen seyn würde, seinen Herrn zusehen und zu umarmen. Cadillac erkannte an dem Ton seiner Rede, daß er ein Frem-der war. Er betrachtete seine Gestalt sorgfältig und machte dem Düpleßis eine Abbil-dung davon. Dieser, nachdem er vorher den Herzog von Epernon um Rath gefragt,glenq in den Mohrenkopf, und da er den Vincenzio, nach der Beschreibung, die ihmfein Kammerdiener von ihm gemacht hatte, erkannte, so lief er auf ihn zu und um,armte thu, vor einer großen Menge Leute, die von ungefähr da waren, als wenn erfein bester Freund gewesen wäre. Er fragte nach ihren gemeinschaftlichen Freundenin Laintonge, und sie redeten mit einander von verschiedenen Personen, Äe weder der«ine, noch der andere kannte. Nachdem er hierauf den Ludoviri beyseit geführet hatte,so vernahm er, worinnen seine aufgetragene Verrichtung bestünde. Er stattete demHenzoq von Epernon Bericht davon ab, der den folgenden Tag dem Abgeschickten derKönigin Mutter Gehör gab.
Vincenzio überreichte ihm das Schreiben dieser Fürstin, und bat ihn aufdas beweglichste , sie in ihren betrübten Umstanden nicht zu verlaßcn. Der Her,zog antwortete ihm, er könnte sie versichern, daß er die äußerste Begierde hätte, ihrzu dienen; ehe er sich aber in etwas einließe, verlangte er zu wißen, was für Stau,desherren sie sich Rechnung machte bey ihrer Partey zu haben, und was für Summensie zur Bestreitung der Kosten des Kriegs, den man vielleicht würde führen müßen,hergeben könnte. Er stellte vor, daß er die Königin Mutter nicht aus Blois bringenkönnte, ohne Metz zu vcrlaßen, und daß er, um beständig Meister von diesem Platzezu seyn, funfzigrauftnd Thaler haben müßte, damit er sich der Besatzung versichernkönnte; Er fügte hinzu, er würde sich in keinen Tractat einlaßen, wenn Ruccclai nurdie geringste Wißsnschaft davon hätte.
Vincenzio machte sich kein Bedenken, ihn zu versichern, daß Rurcelai von die-ser Unterhandlung durchaus nichts wüßte, und niemals etwas davon erfahren sollte 2^;;daß die Königin Mutter dieses Geheimniß niemand, als dem Marquis von Mosnyund dem Herrn von Chanteloube anvertrauen würde, und daß es nicht schwehr haltensollte, das Geld, so er nöthig hätte, aufzubringen; weil die Königin, außer ihren
Edel,
2,2 Vi« äll «luv «Mpernon, t. 2.
rir Lelrt.6« orrä. >le I, Vslatt«.