Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xiu. 17g

Edelgestelnen, die sie, lm Fall der Noth, zu verkaufen entschloßen wäre, «och zwey,mal hundert tausend Thaler zu Florenz liegend hätte, die man könnte bringen laßen,wenn man wollte. ^

Der Herzog von Epernon schickte den Vincenzio wieder nach Blois zurück, umdie Versicherungen und Erklärungen, die er haben wollte, zu verlangen. Vincenziokam wieder nach Metz zurück und sagte dem Herzoge, daß die Königin Mutter Ursa,che hätte, sich auf die Herzoge von Guise, von Monkmorenci, von Bouillon und aufverschiedene andere Herren, die ihr ihre Dienste anböten, zu vcrlaßen. Er brachte«ine Schrift mit, welche der Herzog, zu seiner Entschuldigung, begehret harte, undeinen Brief, den der König an seine Mutter geschrieben, kraft deßen er ihr erlaubte,in alle Städte seines Königreichs, die ihr beliebig seyn würden, sich zu begeben, undallen Gouverneurs befahl, sie aufzunehmen.

Bey diefer zweyten Reise des Vincenzio machte sich der Herzog von Eperno«durch ein ausdrückliches Versprechen anheischig, die Vertheidigung der Königin Mut,ter über sich zu nehmen und sie aus ihrer Gefangenschaft zu ziehen.

Vincenzio mußte nach Florenz gehen, um das Geld der Maria von Mediciö z»holen. Man überschickte dem Herzoge von Epernon die funfzigkausend Thaler, die erverlangt halte; man gab dem Herzoge von Bouillon zwölftausend, um Scdan zu be,vestigen und dem Herrn von Saint-Lüc acht tausend, um Gewehr einzukaufen.

Lüynes, der von diesen heimlichen Unterhandlungen nicht die geringste Nach,richt harte, machte damals einigen Anfang zur Wiederversöhnung mit dem Herzogevon Epernon. Man schrieb ihm nach Wetz, daß der Favorit ein Freund von ihmseyn wollte, daß ihm dasjenige leid wäre, was bey der Streitigkeit der Herzoge mitdem Siegelbewahrer vorgefallen, und daß, wenn er den Erzbischof von Toulouse, sei,nen Sohn, nach Parts schicken wollte, ihm Vorschläge sollten gethan werden, mitdenen der Herzog Ursache haben würde zufrieden zu seyn.

Der Herr von Epernon nahm hieraus ab, daß der Herr von Lüynes von seinenVerbindungen mit der Königin Mutter durchaus nichts wußte, und um ihm allenArgwohn deßwegen zu benehmen, so stellte er sich, als wenn er ci» aufrichtiges Vcr,langen trüge, sich mit ihm wieder auszusöhnen.

Der Erzbischof von Toulouse reiseke im Monat Julius i6r8- von Metz ab,um sich im Namen seines Vaters zu dem Favoriten zu begeben. Als er bey Hof ankam,so erfuhr er, daß die Fräulein du Titlet in Verhaft wäre, daß man dem Barbtn denProceß machte, und daß man äußerst scharf gegen alle Diener der Königin Mutterverführe. Diese Neuigkeiten verursachten keine Veränderung in seinem Entschluße.Sein Vater hatte ihm befohlen, mit niemand, als nur mit dem Marquis von Mos,ny von seinem Vorhaben zu sprechen und ihm zu sagen, daß er den funfzchnden odersechzehnten August von Metz abzureisen gedachte, um sich in Taintonge zu begeben,und daß er von dar aus den verabredeten Anschlag zur Befreyung der Königin Mutterausführen würde.

Als der Erzbischof von Toulouse den Marquis von Mosny in dem Cabinet derjungen Königin angetroffen hakte, so wollte er das, was ihm sein Vater aufgetragenhatte, ausrichten. Allein der Marquis erachtete, daß man zu einer Zeit, da man somißtrauisch und argwöhnisch wäre, und alle Anhänger der Königin Mutter mit so vielerHeftigkeit Verfolgers, nicht, ohne die äußerste Unvorsichtigkeit zu begehen, von einersolchen Sache mitten unter den Hofleuten reden könnte, und er gieng schnell von demErzbischos weg, ohne ihm die geringste Antwort zu geben.

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