Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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r8o Geschichte von Frankreich-

---- Den folgenden Tag schickte er den Ruccelai zu ihm, der, wie es scheinet, Mit,

tek gefunden hatte, deu Herrn von Lüyncs noch einmal zu betrügen, um die Erlaub,niß zu erhalten, wieder nach Hof zu kommen. Ruccelai sagte zu dem Erzbifchof, daßihn der Marquis von MoSny herschickte, um alle die Neuigkeiten zu vernehmen, diecr ihm in dem Eabinet der Königin hatte melden wollen, und die der Marquis sich ge,weigert hakte anzuhören * ^ 4. Der Prälat, der diesen Abt als einen offenbaren Feindfeines Vaters ansaht, gericth über diese Rede in große Verlegenheit. Er läugncte,daß er mit dem Marquis von Mosny gesprochen, und daß er ihm etwas zu sagenhätte. Alsdann erzählte ihm Ruccelai alle die besondern Umstände von den verschiede,neu Reisen, die Vinccnzio nach Metz gethan hatte. Er versicherte ihn, daß er selbstdie ganze heimliche Unterhandlung eingerichtet härte, und meldete ihm, daß alle An,gckgenheiten der Königin Mutter durch seine Hände gicngen. Da der Erzbischof sahe,daß er so wohl von der Sache unterrichtet war, so unterstund er sich nicht mehr, et-was vor ihm zu verbergen. Er wärmte ihn nur, er sollte sich wohl in Acht nehmen,daß der Herzog von Epernon nicht erführe, daß er um das Geheimniß wüßte, weildieses hinlänglich seyn würde, ihn zu dem Entschluß zu bringen, die Unterhandlungabzubrechen und nichts von dem, was er versprochen hatte, zu vollziehen.

Einige Tage hernach bekamen der Vicointe von SarLint und Ruccelai Befehl,aus Paris zu gehen. Der erste reifere alsobald ab : Aber der andere weigerte sich, demBefehl des Königes zu gehorchen, bis er vorher mit dem Herrn von Lüyncs gesprochenHätte. Er erhielt, durch Hülfe des Obersten von Ornano, die Erlaubniß von ihm,noch einige Zeit inParis zu bleiben: Als aber diese Zeit verstoßen war, so mußte Ruc,celai abreisen und cr verfügte sich nach Iolnville zu dem Cardinal von Guise. Da,selbst faßte er der, Entschluß, nach Metz zu gehen, um mit dem Herzoge von Epernonunmittelbar zu handeln. Er näherte sich anfänglich bis auf zwoMcilen von der Stadt,und ließ bey dem Herzog um die Erlaubniß anhalten, hinein zu kommen. So bald,als der Herzog den Namen Ruccelai härte, so gerirth er in einen so grausamen Zorn,daß er auf dem Punct stunde, alle Gemeinschaft mit der Königin Mutter aufzuheben.Düpleßis ließ sich angelegen seyn, ihn zu besänftigen und beredete ihn endlich, daß erihn nicht nur nach Metz hinein ließe, sondern ihn auch in seinen Palast aufnahm, woer einen Monat lang verborgen bliebe. Ein vertrauter Bedienter brachte ihm alleTage zu eßen in ein Zimmer, aus weichem er niemals kam, und in welches man nie,mand ließ, der nicht um das Geheimniß wußte. Der Herzog von Epernon besuchteihn fast täglich, und Ruccelai wußte sich so wohl bey ihm einzuschmeicheln, daß er sicheinzig und alleirl nach seinen Rathschlägen richtete.

Der Erzbischof von Toulouse hatte einige besondere Unterredungen mit demHerrn von Lüyncs über die Angelegenheiten seines Vaters; man machte einander vonbeyden Seiten Compllmenke und allgemeine Versicherungen, die zu nichts verbindlichmachten. Der Erzbischof kehrte hierauf wieder nach Metz zurück, wenige Tage nachder Vcrurthcilung Barbins , und folglich in den ersten Tagen des Monats Septem,der Daselbst nahmen dieser Prälat, Ruccelai, der Marquis von ia Vaketre,der Herr TKiplcßis und der Herzog von Epernon mit einander die letzten Maaßregelnzur Ausführung ihres Vorhabens. Es wurde beschloßen, daß selbige bis zu Anfang

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