igr Geschichte von Frankreich
' Entfernung mit Ungeduk ertrrrg, und eine überaus große Begierde hatte, wieder
l6l8. nach Hof zu kommen. Sie schrieb ohne Unterlaß an den König und hielt um diese
Gnade bey ihm an, sie unterstünde sich so gar, den Herrn von Lüynes zu bitten, ermögte ihre Sache betreiben, sie betheuerte ihm, baß sie niemals den geringsten Unswillen wegen deßen, was vorgegangen , wollte blicken laßen, und sie versicherte denKönig, daß sie entschloßen wäre, sich in keine Angelegenheit zu mengen und dieBe,sorgung derselben allen denjenigen zu überlaßen, deren Rathschlägen er zu folgen, fürgut befinden würde.'
Allein der Herr von LüyneS glaubte, er hatte sie allzusehr beleidigt, als daß er sichauf ihre Betheurungen und Versprechungen verlaßen könnte.
Man verbot ihr, sich von Blois zu entfernen, und man wiese ihr den Ort unddie Gränze ihrer Spazietgänge an. Man konnte weder zu ihr kommen, noch mit ihrsprechen, ohne Erlaubniß vom Hofe. Diejenigen , welche zu ihr wollten, wurdenverdächtig. Man billigte die Aufführung der Personen von Stande, welche durchBlois giengen, ohne ein Verlangen merken zu laßen , bey ihr ihre Aufwartung zumachen. Man erfuhr, daß urrbekannte Boten zu ihr kamen, welche man bey der Nacht,durch kleine Thüren, die auf das Feld giengen , in das Schloß hineinließe. DerHerr von Roißy wurde nach Blois geschickt, mit Befehl, die Thüren zumauren zulaßen und auf das Verhalten der Königin ein schärferes Auge zu haben. Siehörte die Vorstellungen dieser Magistratsperson an und ließ ihn seine Befehle, ohnedie geringste Widcrsetzung , vollziehen; und als er von Blois wieder nach Hof abrel,scte, so meldete sie dem König, der Herr von Roißy wäre zwar gekommen , einenAuftrag zu verrichten , der ihr einiges Mißvergnügen verursachet hatte; aber er hak,te fich mit aller möglichen Ehrerbietung und Bescheidenheit bey dieser Verrichtungaufgeführet -<".
Modene, Oheim des Lüynee, und der P. Arnoux, Beichtvater des Königes,thaten verschiedene Reisen nach Blois, um der KöniginMutter das unglückliche Schick,sal vorzustellen, welches Frankreich bevorstünde, wenn sie wieder nach Hof käme.Sie sagten ihr, daß man , um ihrer Macht das Gegengewicht zu halten , genöthi,get seyn würde, den Prinzen von Condee wider in Freyheit zu setzen, welches zuneuen Verwirrungen Anlaß geben würde. Der P. Arnoux gab ihr zu verstehen,daß sie in ihrem Gewißen verbunden wäre, die Ruhe des Staats nicht zu stören.Auf der andern Seite brohete ihr Modene mit dem höchsten Unwillen des Königes,weim sie nicht ruhig in dem Orte ihres Aufenthalts verbliebe. Er gieng so gar soweit, daß er zu ihr sagte, man würde vielleicht genöthigct seyn, sie aus dem König,reich fortzuschicken.
Diese Drohungen erschreckten sie nicht. Sie hielte bey dem Könige um Er,laubniß an, Wallfahrten zu thun, und da man ihr dieselbe abschlug, so beklagte siesich heftig, daß man sie gefangen hielte. Um sie zu besänftigen , so schickte der Kö,nig den P. Arnoux, seinen Beichtvater, zu ihr, mit diesem von ihm eigenhändig ge,schriebenen Briefe
Madame,
I>ettre originale 6e izisrio äe IVle-aicis ctsrrs les mls. Letkuae » v.-rvf.
r-r Oup!», t. z.