Band 
Zwölfter Theil. Vom Jahre 1610-1630.
Entstehung
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unter der Regierung Ludwigs xm.

I8Z

Madame, -

Da ich vernommen, daß Dieselben gesonnen waren, elnkge Oerter der l6l8»Andacht zu besuchen , so hab - ich mich darüber erfreuet, und es wird mir nochangenehmer sevn, wenn Sie den Entschluß faßeten , ins künftige öftere Spazier«fahrten und Reisen vorzunehmen, als.Sie bisher gethan haben; weil ich glaube, daßsolches kür Dero Gesundheit, welche mir überaus schätzbar ist , sehr dienlich seynwird. Wenn die Siaatsgeschäfte mir erlaubeten, Ihnen Gesellschaft zu leisten,so würde ich solches mit Vergnügen thun; wie ich dann Dieselben schriftlich andie Orte, wo Sie flch hinbegeben, begleiten werde, und verlange, daß Sieallda mit eben der Ehrerbietung und Hochachtung sollen aufgenommen werden,wie ich selbst; der ich mit mehrerer Ergebenheit, als man Ihnen ausdrückenkann, verharre,

Madame,

Dero unterthänigster und gehorsamster Sehn-

,, Paris, den letzten Ottoker, 16-8. Ludwig.

Aber indem man der Königin Mutter die Freyheit, welche sie durch diesenBrief erhielte, gab , so wollte man sich auch sicher stellen, daß sie dieselbe nicht miß»brauchen würde. Der P. Arnoux mußte sich bemühen, eine Schrift, die sie eigen,händig unterzeichnet, von ihr zubekommen, durchweiche diese Fürsten dem KönigeVor GOlt und seinen Engeln versprach : „ i) Daß sie weder gegenwärtig , noch„ inökünftige eine Begierde oder Absicht haben wollte, welche nicht zum Wohl und„ zur Aufnahme der Angclegenhclten des Königes abzielte, r) Daß sie ihm lebens«

„ lang den Gehorsam erzeigen wollte, den sie ihm, als ihrem Oberherrn, schuldigwäre, und daß sie ihrem Willen gänzlich dem seinigen unterwerfen wollte, z) Daß„ sie, weder inn, noch außerhalb des Reichs, einen Briefwechsel führen wollte,

„ der dem Dienste des Königes nachtheilig seyn könnte. 4) Daß sie ihm von allen„ den heimlichen Händeln, die seinem Willen entgegen wären und die ihr bekanntseyn würden, Nachricht geben wollte. ;) Endlich daß sie nicht die geringste Ab«ficht haben wollte, wieder nach Hof zu kommen, bis es dem Könige gefallen würde,ihr solches zu befehlen. „

Die Schrift endigte sich mit diesen Worten : „ Und daniit diese Erklärungjedermann kund werden könne, so haben wir eingewilliget , daß mehr, als eineAbschrift davon ausgefertiget werde, damit man sie öffentlich bekannt machen könne,wenn unser besagter Herr und Sohn solches verlanget. So geschehen zu Blois,den dritten November, 1618.

Zu der Zeit, da die Königin Mutter diese Schrift unterzeichnete, waren ihreUrttirhandlungen mit dem Herzoge von Epernon schon sehr weit gekommen , und ihrEntschluß war gesaßet, aus Blois zu entweichen , ohne die Einwilligung des Körst«ges zu erwarten, welchem sie, vor GOtt und seinen Engeln , einen uneingeschränktren Gehorsam anzugeloben-schiene. Also betrog sie den Herrn von tüynes , so wieman gesehen, daß er ftlbst,ie betrogen hatte, zu der Zeit, da er sich bemühete, sievom Hofe zu entfernen und völlig um die Zuneigung ihres Sohns zu bringen. Erwurde indeßen durch die Versprechungen der Königin Mutter nicht so sicher gemacht,daß er nicht gesucht hätte , sie außer Stand zu setzen, ihm zu entwischen. Er ließihr durch den Herrn von Viüesavin vorschlagen, sie sollte sich aus eigenem Antrieb

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