784 Geschichte von Frankreich'
" in ein Kloster begeben, um zu zeigen, daß sie nicht mehr gedachte, wieder nach Hof
IvlZ. zu kommen. Die Königin Mutter war weit davon entfernt, diesen Vorschlag anzu-
nehmen, und iüynes, welcher beständig ein Mistrauen wegen der Aufrichtigkeit ihrerVersprechungen hatte, faßte den Entschluß, den König einmal, umer dem Verwän-de, einen Besuch bey feiner Mutter abzulegen, nach Biois zuführen, und ihr sodanndurch ihren Sohn vorschlagen zu laßen, daß sie ihn bis auf das Schloß zu Amboisebegleiten sollte, wo man sie, mir einer Wache, der man sicher trauen könnte, in Ver-haft laßen sollte. Aber er schob die Ausführung dieses Vorhabens allzulange auf, unddie Königin Mutter machte sich diese Verzögerung zu Nutz, um aus ihrer Gefangen-schaft zu entkommen und derjenigen, welche ihr bevorstünde, vorzubeugen.
HändelinJta- Einer von den Hauptvorwürfen, so man dieser Fürstin und den Ministern, die
iien. unter ihrem Ansehen regieret, gemacht hatte, war dieser, baß sie die Bundesgenoßen
der Krone, und ins besondere den Herzog von Savoyen verlaßen hatten. Der Mar-schal von sesdiguiereö war öfter , als einmal, mit den Truppen, die er in dem Del-phinat commandierte, zum Dienste dieses Fürsten aumarschirt, ohne die Befehle desHofs zu erwarten, und sogar ohne feine Einwilligung zu verlangen. Maria von Me-dicis hatte oft dem Herzog von Savoyen und dem spanischen Hofe ihre Vermittelung,zur Beylegung ihrer Streitigkeiten, angeboten; aber die Spanür, welche sahen, daßdie Regierung in Frankreich wenig geneigt wäre, dem Herzog von Savoyen zu hclfenjhatten allemal die Vorschläge, die man ihnen im Namen des Königes that, fruchtlosgemacht und sich öffentlich über dasBezetgen des Marschals vonLesdiguiercs bcschwshrt.Don Pedro von Toledo, Gouverneur von Meyland, war in Piemonk eingerückt undhatte Vercelli weggenommen. Der Herzog von Savoyen, welcher wußte, daß dieRegierung in Frankreich, seit dem Tode des Marschals von Ancre, völlig geändertwar, bat den König um Schutz. Man beschloß alsdann, diesem Fürsten würklicheHülfe zu leisten und ihn bester, als mit fruchtlosen Unterhandlungen, zu unterstützen.Der König erklärte erstlich- daß er alles, was der Marschal von Lcediguiereszur Ver-theidigung des Herzogs von Savoyen gethan, gut hieße; man fertigte so gar einebcglaubte Urkunde von dieser Erklärung aus, welche in das Parlrment geschickt wur-de. Der König drohete hierauf dem spanischen Gesandten, er wollte eine Armee inItalien einrücken laßen. Alsdann siengen die Spanier an, es näher zu geben : Siemachten sich anheischig, Vercelli wieder abzutreten. Da sie aber die Erfüllung ihresVersprechens verzögerten, so sagte der König zu dem Herzog von Monteleon, demGesandten Sr. katholischen Majestät: ,, Mein Herr Gesandter, ich weis die wahre„ Ursache, warum der Gouverneur von Meyland sich so saumseelig erzeigt, dem Her,„ zöge von Savoyen, meinem Oheim, Genugthuung zu geben; man beredet der»„ König, Ihren Herrn, fälschlich, baß ich es nicht wagen würde, aus meinem Reich,, zu gehen, um meinen Bundesgenoßen zu helfen. Ich laße ihn versichern, daß„ meine Sachen so schlecht nicht stehen, als er sich einbildet; und wenn auch all^e,„ in meiner Abwesenheit, darunter und darüber gehen sollte, so wird mich doch nichtsabhalten, über die Alpen zu gehen und den König, Ihren Herrn, zu nöthigen,„ daß er das Versprechen erfülle, welches er mir gegeben, und womit sich der Herzog,» von Savoyen, in Betrachtung meiner , begnüget ha.^„
Ludwig führte die nämliche Sprache in Gegenwart seiner Hofleute, damit sei,ne Reden dem spanischen Gesandten hinterbracht werden sollten. „ Wenn der König,, in Spanien, sagte er, Vercelli nicht wiedergicbt, wie er mir versprochen hat, so,» werde ich genäthiget seyn, ihm den Krieg anzukündigen: und wenn es so weit kommt,„ so soll mir der Marschal von Lesdiguiereö den Degen in die Hand geben. „
Diese