unter der Regierung Ludwigs xm. i87
von dem Cardinal von Bourbon vorgestellt. Er trug vieles zur Bekehrung dieses-
Fürsten bey, welcher ihn nach Rom schickte, um die Sache seiner Lossprechung, in Ge, l6lF.fellschaft mir dem Herrn von Oßsr, zu betreiben. Im Jahr i6oi. wurde er zum Bi-schof von Evreux, und sodann im Jahr 1604. zum Cardinal ernennet. Er war zuRom, als der König ihm das Erzbißthum von Scns und die Stelle eines Obcrallmo»senpflegers von Frankreich gab. Er war ein sanftmüthiger Mann, ohne Bitterkeit,von ziemlich kaltsinniger Ansprache, und ließ sich nicht gern in eine Unterredung oderIn einen Streit ei»: Wenn er aber einmal munter geworden, so war er wle ein reißen,der Strom, dem man nicht wohl widerstehen konnte. Der Pabst Clemens VUl. sag,te manchmal: Wir wollen GOtt bitten, daß er den Cardinal Sü Perron mir sei-ner Eingebung regiere, denn er wird uns zu allem überreden, was er will. DieCalvinisten , wider welche er viel geschrieben hat, breiteten verschiedene Verläumdumgen wider ihn aus, welche Veit Patin in seinen Briefen, als unstreitige Wahrheitenangeführet hat. Jndeße» wurde er doch selbst von den protestantischen Herren als el,ner der größten Prälaten der französischen Kirche betrachtet. Der Herr von SüAunter andern hatte die aufrichtigste Freundschaft und größte Hochachtung für ihn. Erstarb an einer Harnverstopfung in seinem Hause zu Benotet, nahe bey Paris, wo,
Hin er sich begeben hatte, um an dm theologischen Streitschriften zu arbeiten, die erherausgegeben hat. Seine Stelle eines Oberallmosenpflegers von Frankreich wurdedem Cardinal von la Rochefoucault ertheilet. ...
Die Königin Mutter war noch beständig zu Blois, und wartete mit Ungedult xßioauf die Erfüllung der Versprechungen des Herzogs von Epernou. Der Herr vonVellegarde, welcher eine undeutliche Nachricht hatte von einem Vorhaben dieser Für,stin, sich dem Herzoge von Epernon anzuvertrauen, schrieb nachdrücklich an sie, umsie davon abwendig zu machen. Er meldete ihr, daß sie von der stolzen und herrsch,süchtigen Gemüthsart dieses Herzogs mehr, als von allen Verfolgungen ihrer Feinde,würde auszustehen haben, und er bot ihr einen sichern Anftnhalr in seinem Gouvernc,ment von Bourgogne an. Aber die Königin Mutter glaubte m.t gutem Grunde,daß sie jederzeit mehr Klugheit und mehr Staudhaftigkttl vey dem Herrn von Eper,non, als bey dem Herrn von Beüegarde finden würde, welcher nur aus Neid so re,dete. Andere schrieben ihr wider den Rucccllai; und um ihr Vorhaben desto bcßcr vorihnen zu verbergen, so antwortete sie ihnen, es waren ihr alle Fehler dieses Abts be,kannt, sie hätte nicht das geringste Vertrauen gegen ihn, und wenn er etwan kämeuno ihnen etwas in ihrem Namen sagen wollt«, so erkläret« sie solches schon im vorausfür unwahr und bäte sie, es nicht zu glauben.
Der Herzog von Epernon, welcher wohl wußte, daß er die Königin Mutternicht aus dem Orte, wo sie hin verwiesen war, bringen könnte, ohne einen Frevelwider die königliche Gewalt zu begehen, wollte wenigstens, daß alle seine Handlungenso wohl abgemeßen seyn sollten , daß man ihm so wenig, als nur möglich bcykommcnkönnte. ^
In dieser Absicht hielt er zuerst bey dem Könige um Erlaubnis an, sich in Xain,tonge zu begeben, ohne seinen Weg durch Paris zu nehmen. Der Herzog von Belle,garde, sein Anverwandter und Freund, nahm es auf sich, diese Erlaubnis für ihnauszuwürken. Deagenl versprach dem Herrn von Vellegarde, daß sie ihm würde er»theilet werden , und der Herzog von Epernon versähe sich darauf. Allein er wurdeäußerst bestürzt, als er, statt der geholten Erlaubniß, ein Schreiben des Königes,so vom eilften Jänner 1619. daürt war, erhielte, worinnen ihm Se. Majestät mel,
(A a) s dete,