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204 Gesthlchte von Frankreich
- den Waffen in der Hand Unterhandlung mit ihr zu pflegen , und sie gab dem Her-
16^0 zöge von Montbassn zu verstehen, daß sie Freunde und Anhänger genug finden wür-de , um sich zu vertheidigen, wenn man die Sache so weit treiben wollte.
Diese Drohung machte den Herzog von küynes bestürzt. Er sahe ein, daß sichdie Königin nicht würde erkühnet haben, so trotzig zu sprechen, wenn sie nicht einergroßen Partey versichert gewesen wäre; und da er den bürgerlichen Krieg vermeidenwollte, so führte er den König schleunig nach Fontainebieau zurück. Seine Mäßi-gung diente zu nichts, als nur die Kühnheit feiner Feinde zu vergrößern. Manwurde bald innen, daß eine heimliche Verbindung zum Vortheil der Königin Mutterbereit war auszubrcchen. Der Herzog von May nne war der erste, der sich erklärte.Dieser Prinz verließ plötzlich Paris, unter dem Vorwand, als wäre er benachrichti-get worden, daß man ihn in Verhaft nehmen wollte, und er meldete dem Königein einem zu Preßigny, den dreysigsten März, 1^20. batikten Schreiben, daßer wäre genörhiget gewesen , sich zu entfernen, um sich vor der Wuth feiner Feindesicher zu stellen.
Lüynes ergrief wiederum gelinde Mittel, um diesem Sturm vorzubeugen. DerKönig kam wieder nach Paris, und der Herr von Blainville reifste dreymal nach An-gers , um die Königin Mutter zu bewegen, wieder nach Hof zu kommen. Sie bekam«ine Summe von ungefähr funfzigtausend Thalern, bis daß man im Stand seyn würde,ihr die versprochenen sechsmal hunderttausend völlig zu bezahlen. Allein der Unwillenund daß Mißvergnügen waren auf beyden Seiten zu groß, als daß man sich hättevergleichen können. Und da die Königin am Ende nothwendig entweder dem dringen-den Verlangen des Hofs Platz geben, oder sich in Bereitschaft setzen mußte, ihm Wi-derstand zu thun, so hielt sie verschiedene Rathsversammlungen, um den Entschluß, densie zu faßen hätte, in Überlegung zu nehmen.
Der Bischof von Läson erklärte ihr, er wüßte nicht mehr, als zwey Mittel,aus dem verdrüßlichen Zustand, worlnnen sie sich befände, zu kommen -«§. DaSerste bestünde darinnen , daß sie wieder nach Hof zurückkchccte, und sich allda einzigund allein bestrebte, die Zuneigung des Königes zu gewinnen, daß sie oft und alle-mal freundlich mit ihm redete und bey aller Gelegenheit das allgemeine Beste un-terstützte, ohne von ihrem besondern Intereße Erwähnung zu thun, und daß sie' auf eine herzhafte Art die Partey der Billigkeit wider die Partey der Gunst ergrie-
fe, ohne die Günstlinge anzutasten, und ohne einen Neid wegen ihres Ansehens undGlückes bbcken zu laßen.
Er fügte hinzu, dieses erste Mittel hatte nichts gewaltsames, es erfodertenichts, als nur Standhaftigkeit und ein kluges Verhalten; wenn es nicht das kräf-tigste wäre, so wäre es doch das unschuldigste; wenn eine Gefahr dabey wäre, nachKose zu kommen , so würde selbige ganz allein ihre Diener betreffen , weil sie, alsKönigin und Mutter des Königes, vor aller Gew^-lchätigkeit sicher wäre ; es würdeaber keiner ihres Zutrauens und ihrer Achtung würdig seyn , wenn er sich nicht eineEhre daraus machte, sich in alle Gefährlichkeiten emeö Unternehmens zu begeben, au-tvelchcm sie so große Vortheile ziehen könnte.
Das zweyte Mittel, so er vorschlug , war dieses, die Waffen zu ergreifen:Aber er stellte ihr sorgfältig die Gefahren und Nachtheiligen Folgen deßelben vor.
Er
-L- DM. nüs. ä° L.oui; xm.