unter der Regierung Ludwigs xm- 205
Er führte an, daß ihre Feinde das Ansehen des Königes auf ihrer Sbite hätten, wel.ches jederzeit van dem Volke am meisten erkannt und in Ehren gehalten wird ; baßder Krieg unerschöpfliche Geldmittel, veste Plätze, getreue Gouverneurs , geschickteGenerale, und tausend andere Hülfsmittel erforderte, an denen es alle Augenblickegebrechen könnte.
Unter allrn Vertrauten der Königin waren nicht mehr, als zween, so denRath des Bischofs von Lüson unterstützten : diese waren der P. Suffren , Beichtva-ter dieser Fürstin, und der Herr von Marillac. Die andern stimmten alle auf denKrieg, und ihr Gutachten erhielt die Oberhand. Sie ließen sich durch die großeAnzahl der mißvergnügten Prinzen und Herren verblenden, welche bereit schie-nen , die Sache der Maria von Medirts wider den Herzog von Lüynes zu unter»stützen.
Man vernahm, daß der Herzog von Longmville in sein Gouvernement von-er Normandtc gegangen; baß der Herzog von Vendome den Hof vcrlaßen und sichzuerst auf sein Schloß von Anet und hierauf nach Vendome begeben hätte ; daß derRitter von Vendome, Großprior von Frankreich, der Herzog von Nemours, derGras und die Gräfin von Soißons sich mir den Mißvergnügten vereinigen sollten, unddaß sie auf dem Puncte stünden, sich zu erklären.
Baßompierre erzählet -s? , daß er den sieben und zwanzigsten Iunius, alser in das Louvre trat, ein Briefgen erhielt, worinnen man ihm berichtete, daß derGraf und die Gräfin von Soißons in der nächst folgenden Nacht abreisen sollten,und daß der Großprior und der Gras von Saint « Aignan sich mit ihnen auf denWeg machen würden. Diese Nachricht wurde ihm auch noch durch den Ritter vonEpinai bestattiget. Er eilte, dem Könige und dem Herzog von Lüynes diese Entde.ckung bekannt zu machen.
Der König sollte selbigen Tag sich auf das Schloß von Madrid in dem Gehölzevon Boulogne begeben, um allda sein Nachtlager zu halten. So bald er die Erzäh-lung des Baßompierre gehöret hatte, so that er aus eigner Bewegung und ohneden Rath des Herzogs von Lüynes zu erwarten, den Vorschlag , seine Reiseaufzuschieben und den Grafen und die Gräfin von Soißons in Verhaft nehmenzu laßen.
Aber Lüynes und Baßompierre stellten ihm vor, daß es nicht rathsam wäre,Personen von einem so großen Ansehen auf ungewiße Nachrichten in Verhaft nehmenzu laßen, ohne die Wahrheit davon zu ergründen und überzeugendere Beweise von ihremVorsätze zu haben.
Es wurde beschloßen, daß der König seine Reise nach Madrid thun, und daßer seine leichte Reutcrey nach Paris zurückschicken sollte, mit dem Befehl, dasjeni-ge zu vollziehen, was oer Herr von Lüynes ihnen sagen würde. Dieser Herzog ver,sicherte den König, daß er sich, wegen der Ausführung dieser Sache, auf ihn ver-gaßen könnrc: Als er aber sahe, daß oer Ausgang auf ihm allein berzihete, so schieneer m Verlegenheit zu seyn. Er zog den Baßompierre zu Rath, welcher ihm ver-schiedene Wege vorschlug , welches aber zu nichts diente, als ihn nur noch uncnk«schlüßiger zu machen. Er ließ den Staarsrarh zusammen kommen, worinnen der Pra>fident Ieannin sogleich feine Meynung dahin äußerte, daß man den Grafen und dieGräfin von Soißons abreisen laßen müßte, ohne ein Wort zu ihnen zu sagen. Er
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