Band 
Funfzehnder Theil. Vom Jahre 1643. bis 1715.
Entstehung
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5 z 4 Sammlung der vornehmsten Fricdensschlüße

werden, unsern Gruß! Unsere sehr liebe und vielgeliebte Nichte, die Prinzeßinn vonUrsinS,-hat von der Zeit unserer Regi^ung an uns so viele vortrefliche und angeneh-me Dienste erwiesen, und continuiret annoch dergleichen zu thun, daß wir ni6)t fürgut besunden haben , länger auszustellen, um derselben lebendige Bcw ißthümcr vonunserer Erkänntlichkeit, Hochachtung und Acstiin , welche wir für ihre Person haben,zu geben. Dtese Prinzeßinn, nachdem sie den Rang und die Prärogativen welchesie zu Rom hatte, verlaßen , um die Emplvy von der ersten oder obersten Frau vonDer Betkkammer der Königinn, unserer herzlich geliebten Gemahlinn, anzunehmen,hat dieselbe zu Nice in Provence gefunden, und in unsere Staaten von Spanien be-gleitet, und folgend ihr Amt mit großer Sorgfalt, Fleiß und Weißheit verwaltet,so, daß sie dadurch alles mögliche Vertrauen und Consideration erlanget hat.

So oft wir, unsere Armeen in unsern Königreichen und Staaten von Italienzu rommandiren, die Regiernng unserer Königreichen Spanien der Königinn, unserersehr und herzlich geliebten Gemahlinn, anvertrauten, hat die Prinzeßinn von Ursiuiihren Eifer und Fleiß bey dero Person verdoppelt. Dieselbe hat ihr allezeit mit aller >ihrer Sorgfalt und allen ihren Rathschlägen beygestanden, und solches ist mit so großerVorsichtigkeit und Affection geschehen, daß wir zu allen Zeiten, und bey allen Gele-genheiten die glückliche Wirkungen solcher verständigen, getreuen hochschätzbarenConduite geprüfte haben. Seit dem, daß es dem lieben GOtt gesWWhat, unser kö-nigliches Hauß zu segnen, und die Succeßion durch eine glückliche Nachkommenschaftzu versichern, hat sie gleichfalls auf sich genommen, mit der allerzartesten und kräftig,sien Sorgfalt unsern sehr lieben und herzlich geliebten Sohn, den Prinzen von Asiurienzu erziehen, an welchem wir bereits die Früchte und Wohlthaten derselben verspührcn.Me diese so vortrefliche und considerable Dienste für dem Wohlseyn unserer Staatenund dem Glück unserer Regierung, der Eifer mit welchem diese Prinzeßinn uns je län-ger je mehr Bcweißthümer von ihrem völligen Attachcment an unsere Person, undan der von der Königinn unserer geliebten Gemahlinn, und der Prinzen, unserer Kin-der, und die gute» Gefolgen von denen heilsamen Rathschlägen, welche sie uns gege-ben hat, haben uns bewogen, uns nach Mitteln umzusehen , um derselben eine Be,lohnung zu geben, welche so vielen uns erwiesenen Diensten könnte convenabel seyn,und die ins künftige sollte können dienen zu eigen sichern Beweiß von der Größe un-serer dankbaren Erkänntniß, wie auch von denen Verdiensten und Tugenden dieser Prin-zcßinn. Dieses hat uns veranlaßt nachzudenken, um derselben eine considerable Ein-kommen oder Jntrade nicht allein zn versichern, sondern auch ein Land zu conferiren,worüber sie den Titul von Souverainitär führen mag , wozu wir desto eher sind be-wogen worden, weil diese Prinzeßinn aus dem Hause von Tremouille, einem der ältestenund durchlauchtigsten des Königreichs von Frankreich , entsproßen , und seitlich nichtallein mit denen Prinzen vom Geblüt des Hauses von Frankreich , sondern auch mitverschiedenen andern souvcrainen Häusern von Europa verwandt ist, und das wir, weilwir die Strahlen ihres Verstandes, inglcichen ihrer Conduite in allen Sachen kennen,überzeugt seyn, daß sie die Länder und Völker, welche ihr sollen unterworfen werden,mit Gerechtigkeit regieren werde; und daß diese große Gunst allezeit angemerket werdensoll, als eine rechtmäßige Gefolge von Gerechtigkeit, und Milde von Souvcrainen ge-gen die, welche so glücklich gewesen sind, denenselben considerable Dienste zu beweisen.Aus diesen Ursachen dcclanren wir, daß wir aus unserer völligen Macht, eigener Be-wegung und königlicher vollkommener Autorität gegeben, abgestanden, und tranepor-tirer haben, wie wir dann durch gegenwärtiges geben, abstehen und transportiren an

unsere