8. GESCHICHTE DEB SPECULATIVEN STOFHEHRE.
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Dem Dualismus von Descartes, der die Uebereinstiinmung derAussenwelt mit unserem Denken nur durch einen göttlichen Actzu vermitteln wusste, stellte Leihnitz seine Monadenlehreentgegen, nach welcher allem Körperlichen geistige einfacheSubstanzen, Monaden , zu Grunde liegen, Körper und Geist alsowesentlich gleichartig sind. Die niedrigsten Monaden, bewusstlos,schlafend, sind das Princip der Körper, höhere, mit unklaremBewusstsein, sind die Thierseelen, noch höhere, mit deutlichemBewusstsein, bilden die Geisterwelt, die höchste Monas ist Gott.Im Pantheismus von Spinoza und Idealismus von Berkeleyverschwand , wie in den Systemen der Eleatischen Schule, dasKörperliche vollends aus der Wirklichkeit.
Eine Versöhnung zwischen den entgegengesetzt aus einanderlaufenden Ansichten schien der aus seiner früheren Unbestimmt-heit schärfer hervortretende Begriff der Kraft zu bieten. DenVersuch hiezu machte B o s co wi ch 19 ). Er bekämpft die Ato-mistik, wie die Monadenlehre. Die Materie besteht aus physischenPunkten , als den Trägern von anziehenden und abstossendenKräften, die sich gegenseitig durchdringen und beschranken unddie Vereinigung der Punkte zu den verschiedenartigen Körpernbewirken. Die physischen Punkte unterscheiden sich von mathe-matischen durch Trägheit und durch die von ihnen ausgehendenKräfte, die ihre Bewegung und ihre Einwirkung auf unsereSinnesorgane zur Folge haben. — Die Aehnlichkeit dieser Lehremit der dynamischen Ansicht von Kant ist nicht zu verkennen;in einer früheren Schrift, Monadologia pkysica, 175ö, hatte auchKant selbst noch physische Punkte, oder Monaden , als Trägervon Kräften angenommen. Das Fortschreiten der deutschen Philo-sophie zum Idealismus brachte es indess mit sich, dass sie aufdiesem Standpunkte nicht lange stehn blieb,
lim so mehr wurde die Lehre von Körperlheilchen, Mole-cules , welche Kräfte ausüben, die nun Molecularkräfte hiessen,von der Atomistik ausgebildet. Hauy 2a ) suchte die Krystall-