HZ XHI.Capit. Nothwendigkeit richtiger Tabellen
sätze desto unumstöslicher seyn. Mittlerweile fchliesse ich, daß, wenn einVolk nicht an der Zahl zunimmt, dieser Stillestand nicht daher komme , alsob zu wenige Ehen vorhanden wären, sondern dem Mangel des nöthigen Un-terhalts beif.umessen sey; denn eine Zeugung, welche die Ursache ist , daßdie eine Hälfte des Volks vor Hunger verschmachten muß, ist nur eine elendeAfterzeugung, und die Quelle eines un üb erschlichen Jammers.
Ueberhaupt möchte ich lagen , daß, wenn es uns möglich gemachtwürde, den allgemeinen Zustand der Geburten und Todesfälle in jeder Classeder Einwohner eines Landes einzusehen, das Heiraten auf einen bessern Fus,als es jemals gewesen ist, gesetzt werden könnte, da man nämlich, zum Behufder Nationalvermehrung, jährlich eine bestimmte Anzahl guter und gesunderRecruten verschaffte. Dies heisst im Lichte wandeln, und ist ein Mittel, dieZahl der Arbeiter in einem Lande nach Wunsch zu vermehren. Was fürSchwierigkeiten sich bey der Vollziehung ereignen mögen, das kann nur dieErfahrung zeigen: aber eben diese wird einem nachdenkenden Staatsmanneauch die Wege zeigen, jenen Schwierigkeiten auszuweichen. Meiner Mei-nung nach würde dieses Mittel weit besser seyn, als eine allgemeine Naturali-sirung, womit man, so viel ich einsehe, nur im Finstern tappet. Denn ob-gleich nichts leichter ist, als Fremde zu naturalisiren, so halte ich doch nichtsfür schwerer, als mit ihnen ihre Gebräuche und Landesart zu naturalisiren;und das größte Gut, dessen eine Nation gemessen kann, besteht in einer Ein-förmigkeit der Meinungen über Sachen, welche die Landesangelegenheitenund deren Verwaltung betreffen* Wenn Gott ein Volk segnet, so macht Eres Eines Sinnes, und giebt ihm einen Regierer, der es liebet, und dem eshinwiederum mit Liebe und Verehrung zugethan ist. Dieses, und nur dieses,macht das Volk glücklich.
Soviel sey für itzt von der Vertheilung eines Volks in Classen, und vonder Beschäfftigung und dem Zuwachse desselben, genug gesagt. Die Glück-seligkeit jeden Staats muß von der rechten Art, diejenigen , die sich einerfreyen Arbeit widmen, zu besehäfftigen, abhängen; folglich sollte die Haupt-sorge eines Staatsmanns darauf gerichtet seyn, Alles in Beschäfftigung zu setzenund zu erhalten; und zu diesem Ende muss er sich eine genaue Kenntnis vondem Zustand aller Gattungen einer jeden Classe erwerben, damit keine zu hochsteige, noch zu tief sinke, sondern sich auf dem Fus erhalte, der dem Ge-suche