194 IU. Capitel. Von den Grundsätzen des Taufchs,
Stockung der Industrie, folglich auch des Tauschens. Wir haben dieses imersten Buche die moralische Unmöglichkeit , die Volkzahl zu vermehren, genannt.
Nunmehr müssen wirauch untersuchen, wiedas Tauschen zur eigentlichso genannten Handlung erwächst, nach unster gegebenen Definition} wie dieHandlung unter den Menschen ausgebreitet werde} wie Manufacturen in Gangkommen, wo Sachen, die nicht sowohl zum Nutzen, als zum Zierrat dienen,verfertigt werden ; und wie sich die Menschen zur mühseligen Arbeit bequemen,um Dinge zu erlangen, die ihnen nicht unumgänglich-nöthig sind. 1
Bey einer freyen Societät schreibe ich dieses hauptsächlich der Einfüh-rung des Geldes zu, und einem Geschmacke seiner Besitzer an überflüssigenSachen.
In den alten Zeiten fehlte es nicht an Geld: allein, da der Geschmackan überflüssigen Dingen der Quantität des Gelds noch nicht die Wage hielt,so ließ man letzteres im Kasten ruhen. Dies war der Fall in Europa vor vier-hundert Jahren. Ein neuer Geschmack an überflüssigen Dingen hat vielleichtmehr Geld aus unsern eigenen Schätzen, als aus den Gold- und Silbergrubender neuen Welt, in Umlauf gebracht. Die schlechte Meinung, die wir vondem Reichtum unster Voreltern hegen, gründet sich auf die neuere Manier,den Reichtum nach der Quantität des circulirenden Geldes zu schätzen, wor-aus wir den irrigen Schluss ziehen, der größte Theil des haaren Gelds, daskzt in unfern Händen ist, habe aus America kommen müssen.
Die Einführung der Handlung ist demnach weit minder für eine Folgeder Menge gemünzten Geldes anzuschn, als dem Geschmacke an überflüssi-gen Dingen zuzuschreiben} und wenn wir sehen, wie in unsern Tagen die In-dustrie alle ihre Werke auf einen so hohen Grad der Verfeinerung treibt, sodürfen wir glauben, daß solches lediglich um der Handlung willen geschehe»Ich will dieses durch eine Vergleichung der verschiedenen Operationen des-Tauschs, Verkaufs und Handlung, zu erläutern suchen.
Wenn wechselseitige Bedürfnisse durch Tausch herbeygeschafft werden,so ist hiezu gar kein Geld nöthig. Hier ist also die Combination überauseinfach.
Vervielfältigen lieh die Bedürfnisse, so verknüpfen sich mit dem Tau-schen, aus leicht begreiflichen Ursachen, mehrere Schwierigkeiten; um die-ser willen ist das Geld eingeführt. Dieses ist der gemeine Preis aller Dinge; es
ist