374 XXV. Cap. Plan für eine auswärtige Handlung
In so fern also der Staatsmann findet, daß sein Land noch immer einerVerbesserung fähig ist, in so ferne mag er die Nachfrage nach Werken der In-dustrie aufmuntern, auch sogar neue Zweige einer überflüssigen Consumtionveranlassen; indem das dafür erhabene Aequivalent nothwendig eine Ermun-terung zum Ackerbau geben muss. Wenn aber das Land bereits vollkommenangebaut, und bis zur vollen Proportion seines eigenen Ertrags bevölkert ist:so muß er der Vermehrung, das ist, dem Luxus, Einhalt thun; sonst folgtElend und Volkmangel darauf, wofern wir nicht voraussetzen, dass die ganzeVolkzahl auf Kosten des Nationalreichtums beizubehalten sey, wovon ichaber die traurigen Folgen schon oben gezeigt habe.
z. Er muß die Abtheilung der Classen seines Volks nach der politisches!Verfassung des Landes reguliren.
Bey der Beobachtung dieser Regel äussern sich die meisten Schwierigkei-ten. Es würde z. E. ungeschickt herauskommen, wenn man in einem sehrkleinen Staat, der im vesten Lande liegt, alle Einwohner in Verschaffet undVerbraucher (Producers and Confumers) eintheilen wollte, wie wir bisher bey-verschiednen Gelegenheiten gethan haben; das ist, in solche , die von einembereits erworbenen Einkommen leben, und solche, die beständig beschäfftigtsind, durch Verschaffung der Bedürfnisse Andrer sich ein Einkommen zu er-werben. Hier muß eine dritte Classe seyn, nämlich die Classe derer, die aufKosten der ganzen Gemeinde, zu deren Vertheidigung sie bestellt sind, un-terhalten und versorgt werden. Diese Art Leute geben für das, was sie em-pfangen, kein reelles Aequivalent, das ist, kein solches, welches circuliren,oder aus einer Hand in die andre gehen kann: und dennoch leisten sie, alsMitglieder einer Societät, welche durch das Band einer wechselseitigen De-pendenz zusammengeknüpft ist, nützliche Dienste. Diese Classeneintheilunghat ihre gute Richtigkeit: der Staatsmann muss aber auch auf die Folgen der-selben sein Auge richten.
Je reicher ein Staat ist, desto mehr hat er von seinen Nachbarn zu fürch-/ten; folglich hat er auch eine desto größere Anzahl Einwohner zu seiner Ver-theidigung zu unterhalten, und dies kann nicht änderst als auf Kosten der In-dustrie der übrigen Einwohner geschehen. Auf diese Weise muß die Anzahlfreyer Arbeiter, die bey Manufakturen beschäfftigt sind, und Consumtions-artikel liefern, kleiner werden. Folglich würde der Staatsmann nicht klug
A handeln,