ist einerley mit der Handlimgsbalanz. 4 , 4,1
Jedes Aufschlagen der Preise im Lande muss eine nothwendige Folge vielereinheimischen Umstände seyn, und muß, wie gezeigt worden ist, durcheilteVerbesserung derselben abgestellt werden. Aber wir wollen den Fall anneh-men, dass, von der Vermehrung des Reichtums allein , die Manufakturenihre verfertigte Waaren nicht mehr so wohlfeil, wie andre Nationen, liefernkönnen: so erfodert alsdann, meines Bedünkens, die Menschenliebe und dieKlugheit, dass ein Volk steh der Inconvenienz, solche Waaren theurer znzahlen, gutwillig unterwerfe. Die Menschlichkeit will es, weil ihr, durchEinführung ausländischer Manufacturwaaren, eben diejenigen Leute, die euchbereichert haben, in Hungersnoth versetzet: und die Klugheit will es nichtweniger, weil ihr, indem ihr einer solchen Einfuhr eure Häven öffnet, eureSuperiorität des Reichtums, deren Erwerbung euch so viel Mühe gekostethat, geflissentlich verschleudert.
Ich gebe gerne zu, und bin selbst der Meinung, daß Privatpersonenweder bey ihren Ausgaben, noch bey ihren Entwürfen, Geld zu erwerben,die eigentliche Absicht führen, das gemeine Beste zu befördern. Wer einenRock zu kaufen nöthig hat, der wird sehr froh seyn, wenn er ein Stück aus-ländisches Tuch wohlfeil bekommen kann. Ein andrer wird sich glücklichschätzen, wenn er ein Stück Waare, worauf ein hoher Zoll gesetzt ist, heim-lich ins Land prakticiren kann. Aber die Frage ist, ob ein Staatsmann dieConsumtion solcher ausländischen Waaren erlauben solle? Dies kommt mirbeinah eben so vor, als wenn man fragen wollte, ob ein rechtschaffener Haus-vater seinen Bedienten erlauben solle, ihre Camaraden, statt sie in eine öffent-liche Schenke zu führen, in seinen Keller einzuladen, um daselbst mit einan-der zu trinken.
Wollte man aber mit dem Herrn Hume lagen: „Man könne, wenn die„Handlung offen gelassen werde, versichert seyn, dass der Reichtum in allen„Ländern natürlicherweise in ein Gleichgewicht kommen werde, und daß alle^Furcht vor einer schlechten Handlungsbalanz die Frucht einer unaufgeklär-ten Einbildungskraft sey," (Siehe den sten Abschnitt seiner politischen Dißcourse): so kann man diesem Einwurf verschiedene Antworten entgegensetzen.Die erste wäre: daß eben um diese Art der Balanz von sich abzuhalten, jedeNation sich in Unruhe setzt; denn durch das Wort Balanz wird hier eineGleichheit verstanden, und nur reiche Nationen können in Sorgen stehn, daß
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