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I. Band.
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462 XXX. Cap. Vermischte Fragen und Anmerkungen

Als im Anfang des i£ten Jahrhunderts die Fürsten anfiengen, einen Ge-schmack an der Pracht zu gewinnen, in ihren eigenen Ländern aber fast keinenvon ihren Unterthanen antrafen, der da fähig gewesen wäre, zur Befriedigungihres Geschmacks etwas beizutragen: so pflegten sie nach Flandern oder Ve-nedig zu schicken, welche zur selbigen Zeit die größten Handlungsstaatenin allerley Manufacturwaaren vorstellten. Dieses ist die Quelle der auswärtigenHandlung in Europa. Als diese zween Staaten den grossen Vortheil merkten,'der ihnen aus dem neuern Geschmack an der Verschwendung zufloß, so gabensie den fleißigen Künstlern grosse Ermunterungen. Hätten sie selbige gleichanfangs mit hohen Taxen belegt, so würden.sie dadurch Alles ruinirt haben.Die Industrie wurde also gleich Anfangs aufgemuntert, und fast mit gar kei-ner Auflage beschwert. Dieses reimt sich vollkommen zu unsrer Lehre. Ei-nige Fürsten, welche die tägliche Verringerung ihres Reichtums merkten, be-strebten sich, durch ein Verbot dieser schädlichen Handlung die alte Simpli-cität wiederherzustellen: Andre hingegen, jz. E. Franz der Erste von Frank-reich , und Heinrich der Achte von England, bemühten sich so viel als mög-lich, die Industrie in ihren eigenen Staaten florissant zumachen. Zu demEnde wurden den Künstlern große Privilegien bewilliget; daher sich ihreZahl täglich vermehrte. Allein, diese Revolution entblöste natürlicherweisedas platte Land von Einwohnern , und verringerte hiedurch die Anzahl dersteuerbaren Leute, wie z. E. in Frankreich, wo die Personaldienste bereits auf-gehört hatten. Den weitem Fortgang hie von will ich nicht umständlich be-schreiben, sondern sogleich auf die Periode der um sich greifenden Taxationkommen. Als die Industrie schon ziemlich im Schwünge war, und die Na-tionen angefangen hatten, mit den Productcn ihres eigenen Bodens, die ihreeigene fleißige Unterthanen auf tausenderlcy verschiedene Gestalt verarbeitethatten, wohl gekleidet zu seyn: so wurden die Fürsten bald gewahr, daß ihreSchätze wegsehntelzten, und sahen deutlich, dass ohne eine Methode, dasGeld von dieser neuen Classe Einwohner zurückzuholen, der ganze Reichtumdes Staats am Ende bey diesen Leuten zusammenfließen würde: aber das Mit-'tel, zu Gelde zu kommen, war überaus schwer. Die Proprictairs der haarenReichtümer hatten kein dagegen proportionirtes solides Eigentum in Grund-stücken; und zu ihrem Gelde war nicht zu gelangen. Einige brauchten Ge-walt: andre Betrug; beyderley Mittel brachten die schlimmsten Wirkungen

hervor.