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I. Band.
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über Handlung und sndiiftrie. 4.65

nommen. Als sie aber über den Rhein, die Donau und den Euphrat giengen,fanden sie Völker, die minder gesittet, und ihnen fast noch nicht einmal demNamen nach bekannt waren. Ihre Feinde flohen vor ihnen, und liessen ihnenLänder zurück, die kaum des Besitzes werth waren. Dies war für ihre-Ero-berungen die allergrößte Hindernis. Indem sie fortfuhren, dergleichen Völ-ker zu bekriegen, war die Partie sehr ungleich. Diese Nationen konnten Allesgewinnen, und hatten nichts zu verlieren: die Römer hatten Alles zu verlie-ren, und nichts zu gewinnen. Diese Kriege wurden fortgesetzt, bis die Bar-baren die römische Disciplin erlernten, und gute Krieger wurden. Dies warder vortheilhafteste Handel für sie , und das einzige Mittel zu ihrer Sicher-heit. Daß dieses wirklich der Plan ihrer Oekonomie gewesen sey, erhelletklar aus der Regierungsform , die sie überall einführten. Wo jeder freyeMann ein Soldat war, da gab es keine Gelegenheit zu einer regulairen Miliz.

Die Menschen werden mehr durch Vorurtheil, als durch Vernunft re-giert. DiescmUmstand schreibe ich die plötzliche Veränderung in der Re-gierung Europens zu. Anstatt Eines Menschen , der die Welt regierte, wiesolches von den römischen Kaisern geschah, wurde es , vermöge der neue»Denkungsart, zur Gewohnheit, dass alle Soldaten einander gleich waren,und ein König war nichts weiter, als prinnis inter paus. Die schnelle Revo-lution hatte die Wirkung, Alles übern Haufen zu .werfen. Wissenschaften,Industrie, Staatskunst, Alles gieng zu Trümmern: Eine Barbarey in einerReibe von hundert Jahren zernichtet alle löbliche Anstalten von tausend Jahrhun'denen. Diesen Zeitpunct müssen wir als das Datum annehmen, da die ste-henden Armeen aufhörten. Ein mächtiger Fürst, so wie Carl der Grosse, denein höherer Geist beseelte, und der sich die Welt zu eigen machte, konnte,solang er lebte, die alte Oekonomie vestfetzen. Aber die allgemeine Errich-tung einer lehensmässigen Regierungsform, welche, ob sie gleich allenthalbendie Spuren der Barbarey verrieth, doch ohne Zweifel zur Beibehaltung einesgroßen Reichs die beste war, führte, nachdem sich die schwache Denkungs-art der Thronfolger dieses Prinzen hinzugescllet, eine neue Regierungsformein, die zwar minder barbarisch als die vorige war, sich aber mit einer zahl-reichen stehenden Miliz eben so gut vertrug. Jeder Baron wurde ein Sou-verain, und seine Vasallen waren zur Uebung in den Waffen auferzogen. Dasie sich aber genöthigt sehen, um [ihres Unterhalts willen eben sowol den

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