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I. Band.
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4.66 XXX. Cap. Vermischte Fragen und Anmerkungen

Pflug, als die Waffen zu handhaben: so wurden die Kriege so geführt, daßselbige zugleich mit dem Betriebe des Ackerbaus bestehen konnten. GewisseMonate des Jahrs wurden zum KrLegföhren, die übrigen zu friedlichen Be-schäfftigungen verwandt. Dieses war leicht ins Werk zu richten ; der Kriegwar beständig vor der Thür; ein Feldzug war in Einer Woche geendigt, weileines jeden nächster Nachbar gemeiniglich fein schlimmster Feind war.

Europa blieb einige Jahrhunderte hindurch in diesem allgemeinen Zu-stand der Verwirrung. Die Fürsten waren, während dieser Periode, in ihrerAutorität überaus dependent; und wenn eine Nation das Glück hatte, untereinem Regenten zu stehen, der die Kunst verstand, feine Unterthanen in derEintracht zu erhalten, so wurde dieser Fürst so fürchterlich, daß es keineMöglichkeit war, ihm zu widerstehen. In selbigen Zeiten hielt es schwer,lieh eine Idee von einer Balanz der Macht zu formiren, weil keine Regel vor-handen war, wornach sich die Macht der Nation bestimmen ließ. Unter denOtho’s drohete Deutschland Italien mit Ketten; unter Edward und Heinrichschien England auf der Bahn zu seyn , ganz Frankreich zu seiner Monarchiehinzuzufügen; Ferdinandus Katholikus legte den Grund zu Spaniens Grösse,und seine Nachfolger trachteten schon eine Universalmonarchie über ganzEuropa auszuhecken. In unsern Tagen läßt sich, ohne einen vorhergehen-den allgemeinen Vertrag zwischen allen europäischen Mächten, nicht einmaleine kleine Provinz, nicht binmal eine beträchtliche Stadt, durch Eroberungbehaupten ; und diejenigen, die eine Kenntnis auswärtiger Staaten besitzen,können in einer Minute die Macht eines Fürsten aus der Anzahl der Truppenberechnen, die er im Stand ist zu unterhalten ; nichts ist leichter, als denKriegsstaat der sämmtlichen europäischen Mächte auf ein Blatt Papier zu ent-werfen. Ein Fürst darf ja kaum seine Compagnien durchgehends mit einemMann verstärken, so weis es sogleich alle Welt. Wenn ich den Umfang desCredits der Fürsten, und die Talente ihrer Generals und Räthe ausnehme, sosind alle andre Umstände , die ihre Macht betreffen, zu Gegenständen einerganz leichten Berechnung geworden. Daher ist die Balanz der Macht, ein invorigen Zeiten so unbekanntes Ding, in unsern Tagen etwas ganz Bekanntes.Genug für itzt von der Sache, wie sie sich in facto verhält. Nunmehr wol-len wir untersuchen, warum Handlung und lndüßrie ein so regelmässiges Kriegs-lüstern veranlasset haben.

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