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I. Band.
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über Handlung und Industrie. HZ 9

Aufführung öffentlicher Werke nicht hauptsächlich auf ihre Nutzbarkeit zuse-hen hätte. Je mehr Nutzen ein Werk, wenn es vollendet ist, verschafft, destobesser ist es, weil es alsdann die Wirkung haben kann, auch denen, die nichtdaran gebaut haben, Brod zu verschaffen. Allein, das Werk mag indesFolge nützlich seyn, oder nicht, so muss es wenigstens solange nützlich seyn,als daran gearbeitet wird; und Viele, die mit Vergnügen tausend Pfund Sterl.zur Auszierung einer Kirche hergeben, würden keinen Schilling zum Bau derWestminsterbrücke oder des Havens zu Rochefort beitragen wollen; indessenverdienen doch die Armen ihr Brod dabey, es mag nun das eine oder das an-dre geschehen. Diesemnach sind kostbare öffentliche Bauanstalten ein Mittel,die Armen zu ernähren, und die Indüslrie zu befördern, ohne der Einfalt derSitten zu schaden Und dies wäre eine Antwort auf die siebente Frage.

Sechste Anmerkung. Wenn man in einem Lande grosse öffentlicheWerke, und in einem andern keine dergleichen antrifft, so ist dies kein Be-weis , dass das erstere es dem andern an Arbeit und Indüstrie zuvorgethanhabe: der Conrrasl giebt nur die verschiedene Eintheilung des Eigentums,oder den verschiedenen Geschmack in den Ausgaben zu erkennen. Eine jedeUnternehmung bezeichnet ein besondres Interesse. Palläste zeigen an, dasses reiche Individua giebt; kleine wohlgebaute Häuschen in der Nachbarschaftder Städte zeigen ein geringes, aber doch gemächliches Auskommen an;Hütten sind ein Merkmal der Armuth; Wasserleitungen, Heerstrassen &c. zeu-gen von einer vortheilhaftenLandesverfassung; und wenn man dergleichenAn-stalten in einem Lande findet, wo sich keine Spur von starken Privatausgabensehen läßt, so muß ich alsdann schließen, daß sie durch Sclaven oder durchUnterdrückung müssen ins Werk gesetzt worden seyn ; sonst würde wenigstensJemand bey derVollführung gewonnen haben, und sein Gewinn würde auf eineoder andre Art an seinen Ausgaben wahrzunehmen seyn.

Siebente Anmerkung. In Ländern, wo die Glücksgüter ungleich ausge-theilt sind, wo wenige Reiche und viele Arme gewesen sind, findet man ge-meiniglich dauerhafte Denkmale von schwerer Arbeit, weil große Glücksgüterallein vermögend sind, dergleichen zu Stande zu bringen. Zum Beweise hie-von dürfen wir nur die vesten Schlösser (Caßella) der alten Zeiten, ich meynevor vier oder fünfhundert Jahren, mit den modernen Gebäuden vergleichen.Damals war der Reichtum weit ungleicher vertheilt, als gegenwärtig; daher

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