XII. Cap. Vermischte Fragen über die Taxen.' 5*91
fleißigen Classen des Volks verursachet wird. Wenn einerley Taxe Leute voneinerley Classe auf verschiedene Art betrifft, so gewinnen diejenigen, welchedie schwerste Last tragen, weniger, obgleich ihr Fleiss gleichist. Aber bey denLandtaxen ist es ganz anders. Hier vermindert die Taxe nur ein schon erwor-benes Einkommen, und verringert eigentlich den Werth des Eigenthums, sodaß der ganze Verlust der Landtaxe mit einmal auf die wirklichen Besitzerzur Zeit der Auflegung fallen würde, wenn die Taxen als ein beständiger Ab-zug eingerichtet wären. Jeder nachfolgende Käufer würde, bey Abzug derLandtaxe von der Pacht, allein den Werth des Uebrigen berechnen, und dieTaxe würde gleichmässig die Folge haben, einen Theil des Eigenthums derLändereicn dem Staat zu übertragen.
Die Folgen einer solchen Veränderung des Eigenthums der Ländereien,können eine Menge neuer Combinationen hervorbringen. Der Staat kannalsdann seinen Theil des Eigenthums verkaufen; er kann mit dem empfange-nen Preise einen Theil seiner Schulden abtragen; er kann verschiedene Be-zirke des Landes an sich bringen, wo er, als zugleich Oberherr und Eigen-thümer, die Taxen, die ihn alsdann größtentheils selbst allein treffen würden,abschaffen, und Fabriquen zur Ausfuhr in fremde Lande errichten kann.
Ob nnn gleich bey dieser Taxe eben keine unbedingte Gleichheit erfor-dert wird, so musste man doch der Ungleichheit vergewissert, und jedes Ein-kommen, darauf die Taxe Einfluss hätte, auf eine oder andere Art specificirtwerden. Es scheint deswegen der beste Weg zu seyn, dass man die Einrich-tung von irgend einem Jahr zur Regel für die folgenden Jahre annehme, bisman für dienlich hält, eine neue allgemeine Würdigung eines jeden Theilsvorzunehmen. Dieses ist eine Folge von dem, was ich schon gesagt habe:eine veränderliche jährliche Würdigung, wie in Frankreich, hat unzähligeSchwierigkeiten, welche am Ende weit größer sind, als diejenigen, die manzu vermeiden suchet.
Ich gebe zu, daß einerley Land ein Jahr mehr werth seyn kann, als dasandere: aber es ist unmöglich, diesen Unterschied bey einer veränderlichenSchätzung, durch das ganze Land, mit Gewißheit dergestalt zu bestimmen,daß jeder zufrieden ist; und obsehon Ungleichheiten vorkommen müssen,wenn man den Werth auf jeden Besitz zu einem Preise vestsctzet, so wirddoch dadurch, dass man den Werth so vestsctzet, daß er durch die Verbesserung
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