bau
ffe durch gebäudr oder pjlaiXMg einiges hoch-und ßreit-wachsende bäume, die aber ausserhalb des gartens stehe» müs-sen, damirsie die rauhen Nord-winde und durchdringendeftöste abhalten. Sonst aber muß ein baunr-gartc» an einemfreyen orte liegen, daß ihn die mäßigen winde, als welcheihm wieder das böse Ungeziefer sonderlich gut sind, treffenkönnen. Der platz zum baum-garten muß etwas räumlichseyn, damit die bäume nicht zu nahe aneinander kommen,und also keiner den andern am Wachsthum auf einige weifthindere. Wo aber der räum nichtüberffüßiguorhanden,damuß man mehr stcin-deim kcrn-obst, als welches letztere sichgerne weit ausbreitet, setzen. Wie weit aber eigentlich einbäum von dem andern stehen müsse, solches kommt zwar aufeines jeden Gärtners vernünfftige beurlbeilung selbst an,dvchmuß man dabey hauptsächlich aufdiegrösse der bäume, gü-tigkeit deslandes, und auf dielinimion oder läge des gar-tens sehen. Denn je grösser die bäume siud, und je fetterund trächtiger der boden ist, je weiter» räum erfodern sie,damit sie nicht in einander wachsen; jemehr aber ein gartenan der freyen luffr lieget , und jemehr er den hefftigen win-den unterwvrffen ist, je enger muß man die bäume zusammenseyen, damit einer den andern desto besser schützen möge. Esist aber bey dem allen uicht aus der acht zu lassen, daß mansich bey anlcgung eines gartens so wol zum Wohlstand desgartens, als vvrnchnmch zum nutzen der bäume selbst, einergute» abtheilung der bäume befleißige. Man bedienet sichhierin gemeiniglich dreyer arten. Denn man setzet die bäu-me entwederinein gerades quadrat, welches zum leichte-sten, oder in ein geschoben ^noärrr, welches zum zierlich-sten, oder aber in die runde, welches am wenigste» geschie-het. Hohb. Elsk. iHesse.
Baum-gärtner, s. Gärtner.
Laum-kranckheit. Gleichwie die schwach- und kranckheitendes menschlichen lcibes unterschiedlich sind,und von verschie-denen Ursachen entspringen; also sind auch die zufälle, so denbäumen zustossen, nicht einerley, sondern ihres mannigfal-tigen Ursprungs wegen, sehr unterschiedlich. Demi einigeentstehen von» ungütigen gewitter der l»fft,als da sind, un-mäßige sonnen-hitze, scharffe kältc, sturm-wiude , Hagel undbrand; andere von schädlichen thiercn, als von einigen bö-sen vögeln, siegen, maul-würffcn u. s. w. noch andere von al-lerley Ungeziefer, als von käftrn, ameiftn, raupe» u.d.g.Lbnun zwar ein jedes dieser itzt erzchlten dinge den bäumen aufeine besondere weift schädlich fallen kau, so sind doch die da-her entstehende baum-kranckhciten nicht von gleicher Wich-tigkeit und gcfahr, sondern die vornehmsten und schädlichstensind, der brand, krebs, borck-ivurm, schurff, überflüßigermoß,Sie gelbfticht, Unfruchtbarkeit und Verwundung.Welchen allen Übeln aber die fleißige und verständige Handeines guten garrners durch bewahrte Mittel bey zcitc» vor-beugen oder Meisten kau Hohb.EIsh.Earlow.
Baum-künsie.Wie der menschliche verstand in unzählig vielendingen immer weiter zu gehen pflegct;also hat er auch in derbäum - gärtnercy nicht dahinten bleiben wollen. Denn esist ihm nicht gnug gewesen, die natur und eigenschafften derbäume zu wissen, und was ihnen schade» mag, durch zuläng-liche Mittel abzuwenden, sondern er hat ferner gesucht, wieman durch kunst die natur der bäume und ftüchte verbessernund aus mancherley weift verändern könne, durch allerleypflantzen, pfropften, äugeln, versetzen, anbinden, beschneiden,dadurch sie zu Merg-bäumen, hoch-stämmigen, an spalier intüschel u. s. w. gezogen werden. Man hat durch fleißigeWartung erhalten, allerhand obst zu ungewöhnlichen jahr-reileu, und was im herbst kommen sollen, im srüh-jahr zu tza-
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be»,dem obste eine andere ff«rbe,geschmack «nb grosse z« ge-ben, und vielerlcy, als äpffel, birne», nüffe, rc. auf einemstamme, ja wicderwärtige dinge, als Weintrauben anfcincmkirsch-baurn/äpjftl aufeinem kohl-strunck, u. s. w. fortzubriu-gen. Wer mehr dergleichen kunst - stückgcn verlanget, kauin seiner lkurriLcilcuru, -Ashberg, Els-holtz, und andere nachschlagen. Unter solchen' ist nicht diegeringste, wie vollkommene vbst-bäume voller fruchte han-gend in form der taxus-bäume gezogen werden können, wo-von -4.. 1710. zu Hamburg ein eigener unterricht herauskommen.
Baum-marder.', s. Marder.
Baumöl, Olivuiu, o/irv. Wirb aus den vlivengepreßt, und aus Portugal, Spanien, Italien und Franck-reich sehr häuffig zu uns heraus c-sschickt. Es gibt weiffesund grünes baumöl, jenes aber ist besser, und daher «nchtheurer als Dieses. Baumöl wird durchgehends an sallare»,an verschiedenen speisen, fisch und back - werek an statt derbutter,auch zu artzncycn in den apothccken genommen. Esist seiner natur nach feuchte und warm, zertheilet und erwei-chet, daher es denn, wenn mans trinket, eine« offenen leibmachet. Wenn das baumöl im Winkerstockt, so wirfft mannur etwas saltz hinein; wird es aber unrein, so laßt maues wohl warm werden, jwirfft hernach ein stücke brobt oderrohen teig hinein,unb läßt es eine kleine vicrtel-stunde darin-nen,so wird es alles böses und unreines an sich ziehen. Hohl,.
Baum-reiter, s. Specht.
Baum-salbe. So nennet man alle diejenigen dinge, damitman diebaume, wenn sie entweder an der wursel, stamme,rinde oder ästen schaden genommen, beschmieret. Wie aberdie kranckheiten der bäume sehr unterschiedlich sind, so hatman auch verschiedene baum-salben, doch wird nachfolgende,alseineallzemeinr baum-salbe bey allen baum-schäden schrnützlich zu gebrauchen, von den erfahrensten gärtnern geprie-sen: Man nimmt nemlich;. pfund wachs, :. psund gloriet,ei» viertcl-pfnnd Honig, 1. psund weiften weyrauch, ein vier-tcl-psuüd lvlirubiilLiii (.'ittini. vor 2. groscbc» schweftl, eineHand voll saltz, 1. psund rindern inschlct, die dinge, so man zer-stoßen muß, macht man, doch ein jedes besonders, wohl klein;wachs, gioriet, Honig und inschlet lässet man über der glut ineinem glasurten topffe zergehen, man rühret daraus ein jeg-liches pulver besonders in die zerlassene Materie, und läßt esaufdem feuer eine halbe stunde wohl sieden, muß aber dabeymit einem stöckgc» allezeit gcrühret werden, damit es nichtanbrenne, und wohl unter einander koinme. Wann es gnuggekochct hat, nimmt mans vom ftuer, setzet es mit dem topffeweg, bis das dicke zu gründe gegangen ist, das obere klare gies-ftt man ab, läßt es erkalten, und gebrauchet es dann zu aller-ley baum-schadcn. Hobb.
Baum-schaden, s Baum-koanckheit.
Baum-schule, Seminsrimri, kllnnrsrium:
Ein im garrcn besonders gelegener platz, ailwoman junge bäumlein einen neuen garten damit zu belegen,oder den abgang der alten zu ersetzen, auftrsiehet. Der vrtdazu kan zwar von beliebiger grösse, muß aber doch von gu-tem erdrcich, >md also gelegen seyn, daß ihn die mvrgen-und mittags-sonne wohl treffen möge. Man pflegt gern ei-ne doppelte baum-schule zu haben,eine kleine,und eine gros-se. Die kleine baum-schule ist das fundament des zankenbaum-gartens, weßhalb das erdrcich derselben wohl durch-graben, gerciniget und zubereitet werden muß. Wann sol-ches geschehen, alsdenn säet man darein theils sauber abge-truckuete äpffel-und birnen-kernen, pfirflchen-uikd aöricose»-fteine, u. s. w. theils setzet man auch junge wurtzel-schösse hin-K r