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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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84 des

der beschneidet einen becher rothen weincs, betet darüber undhiernächst auch über das kind, in diesem gebet gibt er dem lin-de den namen, hierauf streichet er dem kinde mit dem weineworin er das ausgesogenc blut gcsprünet hatte,dreymal unterdie lefzeu, damit es desto beständiger und länger im blute derbeschneidung bleiben und vom Jüdischen glauben ja nicht ab-fallen möge, giebt allen jungen knaben aus dem gesegnetenbecher zu trincken und beschliesset hiemit die gantze Handlung.

Es haben auch ausser den Juden noch ste-te andere völcker die beschneidung beybehalten, sie verrichtenaber solche nicht alle mit gleichen ceremonicn, auch nicht zugleicher zeit. Die Abyßiner behalten die beschneidung, undverrichten sie am achten tage, halten sie aber nicht vor eineHandlung der religio», sondern vor eine hergebrachte weiseihres vvlcks, wie denn ausser ihnen andere Afrikanische völ-cker, dieLgyptier, und selbst dieAraber, von uralten zcitcn,und ohne baß sie den Ursprung oder die ursach anzuzeigen wis-sen , die beschneidung gebrauchet. Die Türcken,

Perser und ingemein alle Mahometaner behalte die beschnei-dung nicht als ein gebot Mahomets, sondern als eine altegewohnhcit, doch achten sie dieselbe als ein zeichen ihrerbe-känntniß, und nennen ihre linder Muselmann, d.i. Erlö-fere, nichteher als nachdem sie beschnitten worden. Solchesgeschiehet erst nachdem siebenden jähr. LV-, o/E. In ver-schiedenen landschaften von Africa und des mittägigenAsiens, werden auch die Mägdlein beschnitten, aber bloß umder reinigkeit willen, davon nachzusehen bey wil-

de, in seiner reise-beschrcibung.

Beschnirten, Druncarus, Lore. Jst in derHcrolds-kunstein bäum dem die aste beschnitten und abgehauen sind.

Beschulet. Wird von einem schilde, der in verschiede-ne triangel-spinen getheilet kst und die enden mitten zusam-men flössen, gebrauchet. 4>e».

, Oetinicio realia. Heissct in dertlreli eine suche recht nach ihrem Ursprung und Natur beschrei-ben.

Besertet , klsnozue. Inderwapen-kunst, wenn ein stückeines schildes pfahl-vder balcken-weise stehet, und auf derfeite einige auszicrung hat, nur muß man auch dabey achtgeben, ob es rechts oder lmcksbcseitet ist.

Besem, ScopL, Wird zum ausfegen und rein-machen der Häuser und gaffen gebraucht und aus bircken-reisegemacht: Das reiß-schncideln muß nichteher verstattetwerden, biß die bircken so starck geworden sind, daß die un-tersten seiten-äste abzutrucknen beginne». Denn sonst kan einbircken-wald durch dergleichen reiß-schneideln sehr zunichtegemacht werden. lVsr. Elsh. Hohb.

Besrebttett. Nennen die gerichteu, wann der peinlich-angeklagte des Verbrechens überführet worden, wird er vonden banden loß gemachet und a» einen freyen ort geführet,d« dest der amtmasi oder der richter in gegenwart sieben zeu-gen den beklagten nochmahls befragt, und die zeugen aufdieaussage acht zu haben ersuchet; Wann nun der beklagte dasverbrechen gestehet, so wird er wieder in das gefängniß ge-führt, und ihm das heilige sacrament gereichet, solgenbsinner z. tagen unter den freyen Himmel gestellt, und die sie-ben gebeten auf den iäugnungs-faU kundschafft zu thun, daßder beklagte solches, was sie vermelden, zuvor öffentlich be-kennet habe, auf welches beschehcne bezeugen der beklagtewie urtheil und recht geben, abgestrafft wird. Wird alsodiese Handlung von der zahl der sieben zeugen benener.L/,,/,/.

Bejrrs, kollbilio, Ist zwcycrley; denn Uran

kau eine fache in seinem eignen, oder in eines andern nahmen

des bet

besitzen. In den rechten hat der besitzet viele vorzöge als:Daß er allen nutzen aus der fache ziehe, währendes seines be-stes nicht nöthig habe eine sckion anzustellen, nicht schul-dig sey zu probiren, wann er des bcsitzcs beraubt vor allen an-dern zu restituircn sey , u. d. g. m. Daher in den rechtenviel Mittel an die Hand gegeben werden, entweder in dem be-sitz einer fache, wann man sie hat, sich zu erhalten, oderwenn man von andern ausdem besitz gcsetzet worden, solche»wiederzuerlangen. Wann zwey eine fache zugleich besitzen,hat keiner was voraus, wo nicht einer vor dem andern mitgcwalt bitt- oder heimlicher weise die pollclllon erlanget.Doch wann es zweiffelhaft, wird der älteste besitzer vorge-zogen.

BtjpkeNAUtM, llmlirocscio, LLo,'s/,'on. Wen»man die schadhaften theile des lcibcs mit biumen, wurtzein,kräutcrn, u.d. g. so in wein oder waffer gekocht sind,tropffen-wcisebefeuchtet, so nennen die ärktesolches eine bespren-guiig. /te/w.

Beredter, Gütev-bestäter. Ein bestellter diener bey derkauffmannschaft ingrossen handcis-städten, der dahin sehenmuß, daß die kauffmamis-waare» wol und zu rechter zeitmit sicheren fuhr-lcuten speüiret und fortgeschaffet werden.

6ette, s

^ estzk^.Die see-fahrcr heissen,ein besteck machen,wenn sieden ort, wo sie zu seyn muthmaffen, auf der see-karten an-mercke». Solches pflegt alle drey stunden zu geschehen, undmuß zu dem end ein jeder, wenn er vom steur abgelöset wird,solches in seinem tag-buch nach schiffers weise aufzeichnen.

Besteck. Ein futteral, worinn die wund-ärtzte ihre kleinereinstrumente und sonderlich die lantzetten verwahren.

Ferner ein futteral, worin» man die tisch-messer bey gantzenoder halben dukenden stecket. Jmgleichcn das gcsainte reiß-zeug oder die nöthigsten Mathematische instrumente mit ih-rem futteral.

Bestegc. Ist eine lettichte Materie, die offt gang - oderklufft-wcise allein bricht, offt zwischen den gängcn undgc-stein, offt mitten in gangen, wo dergleichen sich vor einemort befindet, nennet man es eine» ausschram dieweil es ge-brech und leicht zu gewinnen. Rößl.

Bestimmunkz, Bedeutet

bey den tclLcbemLricis so viel, als eine weitläufftig vorge-legte ausgäbe oder frage nach ihren wohl erwogenen umstän-den kurtz und deutlich bemerckcn. K», m.

Betf), Vorstoß, Vorgewächs, Wachs-binden. ?ro-poli-,-. Das wachs, welches die dienen als eine vestung ih-res eingangs inwendig vor das loch umher machen. Es hei-let die flecken und zitter-mäler der haut, und ziehet die dor-nen und splitter aus. L-L,

Bete, Beede, Bethe. Also hiessen vor diesem die anla-gen, so auf des lindes Herren begehren von den ständen angeld, körn und anderen auf gewisse zeit gcwilliget worden.Nachdem aber ordentliche beständige steuren daraus gewor-den, ist solcher name abgekommen. L/oL.

Bete, s.Bejsse.

Lots. Wann der lvmbre verspielet, so muß er so viel als aufdem spiele stehet, zusetzen, welcher satz dann bSrc genanntwird. L/lrm.

Betele , Berle. Also wird dieses gcwächs auf Malabgrgencnnet, auf Ouftirarsheisset es Lm, aufMalaeca L>,und beym ^vicerinL 1-rmbuI. Es hat einen schwachenstengel wie unser hopffe, darum es an bäumen oder pfälen ge-zogen wird. Seine blätter sind den Pomerantzen-blätteru

gleich,