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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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»on zarten und leichten sand-theilgcn, und nicht aus demmeer-schaumc, wicNlleoWiLltti? will/ erwachsener siciN/dcrso leichte ist, daß er aufdcmwaffcr schwebet. Erich wie anfärben, also an dichtigkeit und schwere sehr unterschieden.Ermatt die aus Sterilen kömmt, ist schwach und schwerer,als die übrigen arten. Der leichteste und gemeineste beyuns ist weiß-grau. Wenn man bimstein in ein faß wein thut,so läßt er den wein nicht mehr gahren. Man braucht ihn auchSun wunden, weil er dieselben reiniget und füllet,---./?»/>.^ohberg.

irLboariAulkior, < 7 otr^. Bedeutet in der herolds-knnst einen halben balcken, wenn nur einer allein vorhan-den ist.

2 )fttdZeUH, Binde-rolle, Dkccs Ll>irur--ics, idlorrdc-rium: La/?»---. Ist eine aus rinn, stahl, meßing oder Wergemachte büchse, worinn die barbierer die zu allerhand wun-Kcn nöthige vflasier nnd fachen führen. Es müssen in dem-ftibrn/wenu es etwas vollkommen seyn soll, zum wenigsten17. instrnmenta seyn.

Mefc, Lernio, §or,/E. Ein sehr gemeiner und be-kannter bäum, der nicht gar grosse,forn spitz-zugehende blät-ter und zarte zweige hat, so daß man die besem davon machenkan. Es wächset gern, wo der schnee lange bleibet, und kömmtjn denen gegen Mitternacht zu gelegenen Wäldern sonderlichwohl fort. Die jungen birckcn habe» braune, die alten aberMisse rinde, aus welche man, ehe einiges vapier ist erfundenworden, geschrieben hat. Das hvltz davon ist weiß, leichtund lässet sich gerne biegen.

Blrcken-faffr, Bircken-wasser. Im Mertz-und Apn'l-mo-nat bohret man mit einem zarten bvhrer die birckcn an, undfangt den herauslanffcnden fasst in einem gefasst auf. Nurist bey diesem abzapffcn der birckcn in acht zu nehmen, daßman nicht zu tiefbohre, und das loch wieder verpflöckc, dennsonst schadcts dem bäum überaus viel. Dieser fasst, wenn erKerruncken wird, reiniget das geblüf, zermalmet den stein,nimmt die faule des mundcs hinweg, und sich damit gewa-schen, vertreibet die flecke im angefleht. Etwas von diesemsafft, wiewohl die lauge aus der asche von der bircken-rinde«och besser ist, in die kaft-töpffe gethan, macht daß die käsenicht madigt werden. Larlow. Schnöd.

Brnckchrm, 6sllii»L jWvclkris, ^rkÄAen:

Ein wilder vogel, der seinen namen daher hat, weil die kno-spen derbircken-bänme seine angenehmste speise sind. DerHahn ist schwär«, die Henne spreneklicht von federn, wie dierebhüner, an grosse einem hauß-hu» gleich. Dieser vogel istwegen seiner flüchtigkeit nicht wohl zu Messe», weswegenman ihn meistens.nrit drath-oder Haar-schiingen zu fangenPflegt. Seine brunft soll zwarmahl des jahres, als baldim anfange desfrühlings und may-mvnats, nnd im herbsteseyn, ist dennoch aber nicht sonderlich fruchtbar. Jagdw.

2)lkN, kirum, /'ü,, ,'. Ist eine gan« bekannte baum-frueht,die an gestalt, färbe, geruch und geschmack so vielfältig ist,Daß einige über roo. unterschiedliche arten derselben zehlcn.Doch kan man sie ihren» wesen und fleische nach, in dreyHaupt-classen füglich theilen. Ar die erste mag man dieLmter-birnen, das ist, solche kirnen sehen, die wegen ihrerMürbigkeit im munde zerschmeitzen. In die andere gehö-ren die wchser-lnrnen, die zwar ftffttg sind, deren fleischdoch überreicht wie die ersten schmcitzct. Die dritte classcmachen endlich die wniry-brrnen aus, die zwar mehtsvsaff-tig, wie die vorigen sind, dennoch wegen ihres vortrefflichengeruchs sehr rMsienchm schmecken. Unser die besten mag

brr bis 95

Man billig die berggmotte, butter- inalvasier- muftatcl-Icr-und pfaltzgraftn-birnen rechnen. Elsh.

Birn-baum, I'ttus, l/-r Dieser bäum schlägt

liesse wurtzcln, hat einen dicken geraden r amm, sein ho!« .istfest und härt, und daher den tisch-und drcchslcrn sehr dien-lich. Seine blatker find längliche - rund, und blühet imApril und May fünff-bläUerig. Er kan zwar allerley lufftund erdrcich vertragen, nur in einem sandige», saltzige» undbitteren bodeir bleibet die ftucht klein. Man pfropffet diebirnen gern auf stämms der grosse» quitten-birnen, es be-kömmt aber ihnen das spät - äugeln am besten. Es habenzwar die birnen von einem solchen im guittcn-stamm ge-pftvpfftcn bäum anfänglich etwas von quitten-art an sich,allein nach den ersten z. jähren vergehet auch dieses. Istaber sonst ein birn-baum von ungeschmacktcr frucht, so darffman ihn nur den gantzen Musttuin durch, biß aufdiewur-tzel entblössen/dieausgegrabenc erde mit anderer fetter gu-ter erde vermengen, und zu ansgange des benannten monatsmit derselbe» wieder beschütten,den banm im übrigen fleißiA.bchaucn,die erde, worinn erstehet, alle zwey jähr beym an-gang des winters umhackcn. Trägt ein birn- bäum stei-nigt obst, sd decket man den bäum auf, und begiesset die wur-yel 15. tage lang nach einander mit alten wein-truftn.Elsh. .Bcch.

klpllcosiu5, Inkulorus: Eine

geistliche perfon, welche die aufsteht über eine gewisse anzahlkirche»,und über die gesamte geistlichkeil seiner vioces hat,durch welche er besorgen läßt, daß der gottts-dienst den kir-chen-ordnungen gemäß verrichtet, gute zucht und friede inder kirche erhalten, und die kirchen-güter treu-fleißig mö-gen verwaltet werden. Diese würde ist beydes in der Mor-gen-und Abend-landischen kirche jederzeit gebräuchlich ge-wesen, und noch itzo gebräuchlich. Daher, wie sich diesergeistliche stand einer göttlichen, und von der Apostel zelten anursprünglichen einfttzung rühme, nicht nur bey den Lononi-lkcn, und andern der Römischen kirche zugethanen schrei-bet» , sondern auch bey den gelehrten, und um ihre kirchehochverdienten mannern, und , weit-

läusstig mag gelesen werden. Wiewohl viele denen Bischöf-ftn eine» so alten Ursprung nicht zustehen wolle». Siewerden beyden Römifth-Cathvlischen so wohl, als einigenProtestanten in Bischöffe undEry-Bifchöffe eingetheilet.Jener hat die aufsieht über eine Sprengel, oder vioces,so aus einzelen kirche» und gemeinen bestehet, dieser übereine proviny, unter welcher etliche Bischöffe begriffen.Die Römisch-CatholischeBeschösse und Ertz-Bischöffe wer-den zwar theils unmittelbarer weift vvm Pabst selbst, alsin Italien; theils von ihren Landes-Herrn, als in Franck-reich, Spanien, u. d. g. theils von den hohen stifftem und ca-pituln, als in Tcutfthland erwehier, sie müssen aber alle diebestätigung von dem Pabst haben,ehe die einweihung geschie-het, und ihnen die bischoffs-mütze, mantel und stab überrei-chet werden, worausstc erst ihrgeisitiches amt antreten kön-nen. In Tcutfthland besitzen sie nicht nur die geistlichewürde, sondern auch die weltliche Hoheit als Reiehs-FÜrsien,wozu sie schon vonKäyftrsl.WMcix!> zeiten her aufge-nommen worden, und so bald ihre wähl c-inonisch vollbracht,mögen sie sich der regierung ihrer lande annehmen. Die Pro-testanten haben zwar in Engelland, Dämmarck und Schwe-den Bischöffe mid Ertz-Bischöffe, aber ihr ansehen und ge-malt erstrecken sich nicht so iveit, als der andern.ücntt-E Englis. kirchen-statt.

Brschoßö-Hur Bischosfs-mütze r lutüla, Mrue. Ist eine

hohe