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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
Entstehung
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-s bis

höh« oben offene und spitzig zugehende Mütze,'von deren bey-den feiten zwey breite streiffen über die schultcr hinunterhangen. Diese wird als ein zeiche» der bischdfflichen ge-malt vvmPabste gegeben; wiewohl er auch dergleichen ei-nigen Lairomcis von hohen stifftern aus sonderbarer gnadezu tragen vergönnet. Der Bischoff erscheinet niemahls :weder in einer öffentlichen krocellion vor dem altar ohne ei- ;neu bischoffs-hut. 2" der alten kirche wüste man von der-gleichen nicht, es ist diese art hüte nur erst vor ohngcfthr7--0. jähren ausgckomnren. O---.

Bische' sss-stall, ?ccinm, OftM Ein von Wer oder gold, un-ten spitziger und oben gebogener, wohl gemachter stab/der denDischbffcn, Aebte» und Aebtißinucn, zum zeichen ihrer würdevorgetragen wird. Wenn sie aber das vvlck segnen, so füh-ren sie ihn selbst in der Hand. O»-.

Bischoffth>im,Bißchmn,Hoch-stifft: Lplllloxarur, VI«-coll-.: Linbczirck worüber ein Bischoff,

entweder in geistliche» dingen allein, oder aber in geistlichenund weltlichen dingen zugleich zu befehlen hat.

Biscoteit. Eine art von zucker-brvdt, welches aus demschönsten mehl, gantzfein geriebene» mandeln,rosen-waffer,zucker und cycrn gemacht und gebacken werden.

BlscUtt, s. Zwiebaek.

BiseM, Xlolcbus, Mi/c-, Eine gewisse Materie, so dembisem-thiere unten am bauch in einem sacklein, so mit schö- >neu dunckel-braunen haaren bewachsen, wachset; dasselbe,wann es zu seiner reiste gekommen,soll das thier an dem halseabreiben, und fallen lassen, daß es alsdenn von den ragen, ge-suchet und gesammlet wird. Diese Materie ist von so an-genehmen und starcken geruch, daß einem öffters die nase dar-nach blutet. Solches ist der wahreverfälschte biscm,dessen aber sehr wenig zu bekommen. Doch wissen die In-dianer den Mangel zu erstatten. beschreibet die

Zubereitung folgender gestalt: wenn das bisem-thier gefan-gen, entziehet man ihm alles geblät, so viel immer seynkan; das unter dem nabel sitzende gestockte geblüt, oder wah-re biscm-säcklcin wird auch weggethan. Darauf ziehet manerst die haut ab, und zerlegt diß thier in viel theile. Die helff-te des thieres, unterhalb der lendc, zerflösset man wohl ineinem Mörser, giessct so viel blutes dazu, bis es ein tcig wird.Diesen trucknct man an gelinder lufft, thut ihn in sacklein, soaus des thieres eigner haut gemacht sind, und wird also, alsder beste bisem, verkaufst. Nimmt man alle stücke des thie-res ohne unterscheid dazu, so wird der bisem schlechter.Der aufrichtige bisem ist gelblicht, der andere ist röthlich,der schwache und braune viel geringer. Der aus In-dien kommt ist besser, als der Egyptische und Syrische. DieMaterialisten zählen dreyerley bisam, cle I^vsiwi, diesersoll der aufrichtige seyn, der von -LlexLnärir, welcher ge-ringer, und cle Uoiieiici, so aus Portugal erlanget wird,und der geringste ist. Sie kommen aber alle aus Orient,und ist noch nicht erhöret worden, daß dergleichen in West-Indien gefunden werde. Hat der bisem seinen geruch ver-lohnn, so hänge man ihn nur in ein Qoac, er bekommtdenselben wieder. Der bisam ist hitzig und trucken im an-der» grad, erwärmet, zertheilet, stärckct Hertz,Haupt, gchirnund alle lebcns-geister, und ist überaus gut wider die ohn-machtcn und den schlag. kÄ/e»,. Hohl,.

Bisem -kugeln, Ambra-äpssel: Lulla, Olläckorloluin:

Ue Sind rechte kügelein, so vornemlich

aus bisem und zucker bestehen. Nachfolgende Lampolltionwird für sonderlich gut gehalten. Man nimmt 4. gran bi-sem, 4. tropffcn rvscn-geist, 1, oder 2. löffcl voll sragant, zer-

bis blck

reibet solches alles zusammen in einem mörscl, vermischtes mit ein und ein halb qv. geflossenen zucker, nach solche»allen treibt man den teig auf, und macht denn kügelein dar-aus. Solche kügelein können unter andern auch in starcke»vcrstopffuttgen nützlich gebrauchet werden.

Bisem-nuß, s. Muscaren-miss.

Bisem-thier, Bhem-reh oder geiß: tApreolus Vlolclii,(.'-Fv-v«« Eine art rehe, an färbe etwas tuncklcr,und dabey fleckigt, hat der gestalt nach schier einen wolffs-kopff, und lange weisst Zähne. Es hält sich gerne im gcbirgeauf, und wo 8pics naräus, Myrrhen und andere wvhl-rie-chende kräuter sind. Die Sinescr nennen es Ve ill-uu,das ist, einen wohl-riechenden Hirsch, oder, wie anderewollen,nur allein Xo. Die Sinescr berichten von denselben,daß, wenn es aus dem reiche Im in das nächst-angräntzendereich l-avs gebracht wird, es von stund an, wie die fische aus-ser dem wasser, sterbe. Der bisem wie bereits gesager, wäch-set ihm in dem nabel. Es lässet sich gar leicht fangen undfällen, weil es nicht sonderlich schnelles laustes ist. Wie-wohl doch einige das gcgentheil Hicvvn behaupten wollen.Es wird in Arabien, China, Cathai und Egyptcn gefunden.

Hohb. hat

HilkoriLM Xlol'clii in einem eigene» DrE. und darin dasthier, so wohl als den bisem ausführlich beschrieben.Bißmuth, s. wißmuch.

Birterwury , s. Entzian.

Llariche. Ein sm picquet-spiel gebräuchliches Wort, »wo-durch angedeutet wird, daß man unter seinen karren keinefigur oder bild hat. Sie muß eher als alle andere sachcn ge-zehlct, und so wohl vvm ersten als dem letzten, ehe man weg-legt und kausst, gewiesen werden, sonst gilt sie nicht.

BickUkl'kt, Blanqriet, (lbarra blancs. Or-ro

Wcsi jemand einem ein weisses mit seinem namen oder pett-schafft'bezeichnctes papier, und damit zugleich die vollmachtgicbet, auf demselben eine, wegen irgend einer aufgetrage-nen fache erforderte verschreibnng von feinet wegen zn stellen.Es muß aber svthane verschreibnng darauf auch exreiullreund in gewöhnlicher form verfasset seyn, weil sonst das le-dige blancket nicht zulänglich ist.' Und weil dieses einewichtige fache, wird dabey sonderbare Vorsichtigkeit erfor-dert.

Blase, Vollen, r-M-. Ist beydes bey menschen und vichdasjenige gefäß des leibes, worin das unnütze wasser, welchersich von dem geblüt und liucrimenrs scheidet,das ist, der Uringesammlet und behalten wird. Liegt beydem menschen zwi-schen dem Hintern und dem schlößlein, bestehet aus zweyenzwerg-übcrcinandcr hergehenden häntlei», die sich ausdeh-nen und wieder zusammen ziehen können. I» der röhre, dasie zum gliede zugehet, hat sie cintzige musceln, dadurch ihrmund kan geschlossen werden, damit der urin in der blaseangehalten werden könne.

Blase. Wann die haut an Händen, füssen, und andern theile»des leibes entweder durch äusserliches verbrennen, oder aberdurch eine innerliche gewaltige erhitzung aufläufst.

Blase, LulM, Wenn das wasserstarck beweget wird,oder aufsiedet, so zeigen sich hin und wieder oben auf demwasser blasen, die aber bald wieder vergehen.

Blase, Cucrurm, Ein aus kupffer gemach-

tes gefäß, worin man brandtwein, oder allerhand ckeKilllrcswasscr brennet.

Blase-balg, s. Balg.

Blasen«