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Blasen-stein, I.irbls6s, äb /a Ein stein derin der blase wächset/ und wenn er sich vor das Mundloch derblase leget/ oder in die röhre eintritt/ den urin aufhält/ daß ernicht anders als mit dem grasten zwang mag heraus gepreßtwerden / und unsägliche schmerken verursachet. Wer mitdemselben behafftec ist/der muß ihn entweder ausschneidenlasse,!/ oder durch dienliche Mittel in der blase zermalmen/ da-mit er als ein grics mit dem urin kan abgeführet werden. Ne-ben andern kostbaren und künstlichen darauf absonderlich ge-richteten artzneyeii/ist auch nachgesetztes Haus-mittel heilsambefunden worden. Mau nimmt nemlich zwey Hand »oll läu-tern canbemkotl's/der mit keinem andern vermischt ist/ thutibn in ein starck'cs glast, gicsset darauf guten wein-eßig/ soviel/ daß es dick wird/ wie ei» muß. Man vermacht das glaßwohss setzet es 6. tage an die sonne. Darnach wird es destil-liret/ und kömmt ein schönes klares wasser daraus. Hier-von nimmt man/ wenn man den stein empfindet/ zu morgensnüchtern einen gantzcn oder halben löffel vvll/ und fastet dar-auf 4.stunden. Hohb. Von vielen wird der stein selbst,wen ervon einem menschen abgegangen/ oder ausgezogen worden/vor das krafftigste Mittel geachtet / wenn er gepulvert cin-genvmmcn wird/ in dem leibe den stein zu zermalme» undauszuführen.
Bläslem, Hsrbcl. Ist ein schwartzer vogeh mittelmäßi-ger grösst/Mit einem schmalen spitzigen schnabel/ auf welchemer forn einen missen oder röthlichen klumpen fleisch hat/ wo-von er zweiffcls ohne den namen führt., Er liegt beständigan einem vrt aufden seen/teichen und pfühlen/ und ist dahervon einem mischmackhaffte» fleische. Er kommt zwar sehrschwer zum fing/ doch macht er sich/ weil er keine kälte vertra-gen kan, mit andern zur Herbst-zeit weg. Jagdw.
Bedeutet in der scheide-kunst die über demgüldischen silber-könige stehende schlacken-artige Masse, wel-che das rückständige silbcr samt bey sich gehabten, auch, zuge-setzten kupffer und bley in sich verborgen hält. Wie solchesblächmal wieder zu gute könne gemacht werden, solches leh-ret man in der scheide-kunst. Erk.
Slckt, kolium , I' ecüll«.', In der Natur dasjenige theil ei-nes baums, so grün und zart ist, im ftühling ansfchlägt, undsich in seine gehörige gestalt und grosse ausbreitet, gegen denwinter aber gemeiniglich wieder abfällt: das theil eineskrauts/so an dcn äussersten stengeln sitzt: dasjenige, wor-aus die blumen zusammengesetzt sind.
Blat. In der kunst: ein blat papier, ein buch, das aus soviel blättern bestehet. Hiervon kommen die redcns-arten:Das blut hat sich gewendet, d. i. die fache ist in einen an-dern zustand gerathen; der zustand hat sich geändert: Dasblat ist ihm geschossen, d. i. er ist bestärkt worden. Dasblat eineS tisches, ist das obere flache theil desselben, so aufdem gesteli ruhet. Eine decke, ein lacken hat so viel blatten,d. i. so viel zusammen genährte breiten des zeugs, daraus siebestehen. Ein schirm hak so viel blatrer, als mahle er kanzusammen geschlagen werden, rc.
Aleuchetzlt, Pocken, Vuirloli, lelorbül!:
--,a eine böse zuweilen auch ansteckende kranckheit bey jungenund alte» menschen, die darin» bestehet, daß nicht nur dasgeficht, sondern auch der gantze leib voller kleiner rothen, fla-chen blättern wird, die aus der haur fahren. Je häuffigerund geschwinder nun diese blättern ausschlagen, je besser istes vor den kranckcn, bleiben aber dieselbe in der haur, oderschlagen ein, so hat es grosse gcfahr. Darum muß man sichbey dieser kranckheit allezeit sein gleich warm halten, und ,vl-che mitte! gebrauchen, so dieselbe bald heraus treiben. Vor
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fleisch, harten speisen, sonderlich vor obst und allem, waslaxircc, wie auch vor wein, hat man sich alsdann wohl zu hü-ten. Es ist in dieser kranckheit überaus gut, daß man unterdas knacken so viel vvm Lpji'irci Virrioli mischet, bis es eineangenehme säure bekömmst. Man kan auch, wann sie schonalle ausgeschlagen, magere kalte flcisch-suppe, worinn etwasrübe-saamen und Hirschhorn gesotten ist, trincken. Und da-mit die blättern das geficht durch heßliche rothe fleckenicht verunzieren mögen, so darffman nur über einer schüsselvoll milch-rahms speck anzünden, und dahinein trieffen las-sen, dasselbe mit einen« silbernen löstet zusammen nehmen,und es mit einem weichen pinselaufdie noch nicht abgetrock-neten blättern tragen. Wenn das sieh, sonderlich aber dieschafe, mit dieser kranckheit, welche man auch bey thuen diepocken nennet, befallen wird, so wollen zwar einige schäferdafür nichts gebrauchen, sondern meynen, daß mau alsdannkrancke und gesunde in einem warmen stall dichte in einandertreiben müsse, damit die blättern auf selche weise desto eherheraus kommen, und wieder vergehen mögen. Andere aberrathen in solchem falle, daß man dem kranckcn vieke so fortetwas von der zunge reissen oder schneiden, sie bey den fußennehmen, von einer feite zu der andern, und vornehmlich aufden rücken welken, und zuletzt mit einem lederne» riemen ei-nige mahl aufden leib schlagen möge. Worauf sie sich dannbald wieder von dieser kranckheit erholen sollen, ^ohb.Bech.
ÄfckU, Lcvruleus, Olaucus, Loelius color: LVr«. Unterden sünff Haupt- färben die vierdte. Nachdem sie lichteroder duncklcr ist, bekommt sie verschiedene zunamen, daß siebleich-blau, , Himmel- blau,
vlol-blau,n,'o/ec, dunckel- oder tauben-blau,heißet. Das Himmel-blau ist nebst dem grünen den mensch-lichen äugen die angenehmste färbe, weil sie ein gemäßigteslicht bey sich haben, und also den augapffcl nicht allzuem-pfindlich rühren.
Blau zu färben braucht man einen stein, der zuweilen unterdem filber-erz und'in den gvld-adern sich findet, als den lazur-stein, der die schönste blaue färbe giebt. Aus dem quecksil-bcr oder kupster kan mau durch kunst, mit beyhülffe des 8-ckm-Vi'iixmiH und salpetcrs, eine schöne blaue färbe bereiten.Seit70. jähren hat man im Meißnischen gebirge aus demhaustig-gefundcnen cobald eine blaue färbe zu machen ange-fangen. Der cobald, den man darzu gebrauchen will, mußeine liebliche färbe haben, und viel fand vertragen können.Die Lk) mici wissen auch mit einem geschickten handgriss,wiewvl nicht ohne grosse mühe und Vorsichtigkeit, aus biu-mcn und kräutern dergleichen hervor zu bringen. Die fär-berbedicnen sich zu ihrem blau färben weid-blumen und rö-the,alant-wurtzel, Weinstein, oder des Amerikanischen indi-go. Aus2. pfund leinen-zcug kan man 8- lvth braune Bra-silien-späne nehmen, solche 1. stunde kochen lassen, und als-dann 2. lvth grünspan hinein thun, und wohl unter einanderrühren. Wann man Sie färbe vonr feuer abnimmt, so legtman die leinwand hinein, und läßt die färbe damit kalt wer-den; wenn dis geschehen, so nimmt man sie heraus, undmacht sie trucken. Die färbe aber wird wieder sicd-hciß ge-macht, so wie vorher gebraucht, und alsdann ist die leinwandgefärbt. Blau mit gelb vermengt, gibt eine schöne grünefärbe. Bcy denMarvceanern istblau die gewöhnlichetrau-cr-farbe. kbr-x. Da^>.
.Blauefarbe. Bildct in dcn adelichen wappen und fchildcngrosse rügenden ab, und wird durch dichte neben einander ge-zogene linicn, welche dcn schitd theilen, bemcrcket.
: Blau-fuß, bälco tH'»uc>l>us, ckb»co». Ist eine fqlcken - art,
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