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Allgemeines Lexicon der Künste und Wissenschaften : oder kurtze Beschreibung des Reichs der Natur, der Himmel und himmlischen Körper, der Lufft, der Erden, samt denen bekannten Gewächsen, der Thiere, Steine und Ertze, des Meeres und der darinn lebenden Geschöpffe : ingleichen aller menschlichen Handlungen, Staats-, Rechts-, Kriegs-, Policey-, Hausshaltungs- und Gelehrten Geschäffte, Handthierungen und Gewerbe, samt der Erklärung der darinn vorkommenden Kunst-Wörter und Redens-Arten ... / in gehöriger Ordnung verfasset und mit Fleiss zusammen getragen von einem Mitglied der königl. preuss. Societät der Wissenschaften [=Johann Theodor Jablonski]
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-8 bla ble

hat blaue süße, und fangt rcbhüner- endten, taube»/ Hasa-nen. Mau richtet ihn zur krähe«- und äisier-beitzc ab. >Iohb.

Blau-mahl. Wenn man sich geschlagen/ gefressen ever ge-quetschet hat/ so belaufft die stelle bald mit blut/ und wird einblauer fieckcn/de» man nicht eher wieder losi wird/ bis sichdas geronnene blut zertbeilct hat. Hierzu dient für anderndas so genannte sroeckenschneckel-wasser, ein leinen tuchdarein genctzet, und aufden schaden gelegt.

Blaurock/Blarock, Mandel-krähe. Ein vogeh ft blauund braun ist, einen schwachen schnabel hat, und so» gestaltwie ein nuß-heger ist, hierzu lande brütet er nicht, licht sichauch selten sehen; es müsse dann seyn, daß er in seiner ziehe-zeit in der erndte hier vorbey komme. Iagdw.

Blau-specht s. Specht.

Bleeb, I.LminL, KrabkeL, Lolos: cL/vr-e,

Eine aus allerhand Metalle durch die gemalt des Ham-mers dünn geschlagene und ausgebreitete platte, aus welcherhernachmahls unzählig viel nützliche stücke verfertiget wer-den. Das meiste und beste eisen - blech wird in Schwedenund Sachsen gemacht,und von denen klempcnern häussig ver-brauchet. Es ist entweder sichwary vdcr verzinnt, undwird gemeiniglich faß-weise, in deren jeden 450. piatten ge-hen, verkaufst.

Blende. Ist eine gläntzendc berg-art, so kein Metall füh-ret- Sie bricht gern beym glantz, und ist bald schwach, bald

gelbe, u. s. w-

Blenb-^UIel, Dampfs- oder Rauch-kugel. Wird ausfthwcfel, saipcrcr, kohlen, schiff-pech, hartz, kleine gerbcr-lvhe,«. d. g. mit ltin-bl angefeuchtet, vhngesehr wie eine saust großgemacht, mal» gebraucht sie des tages oder bey monden-schein,den ftind auf eine kuche zeit in seinem vorhaben zu blenden,und ihm einen Vortheil abzugewinnen.

Bleuel. Die berglcute nennen also das stücke hoch, so sichin den krummen zapffeinmd in die gebrochene schwinge zie-het. Rößl.

Ble's, plninbnrn, Ist ei» schlechtes,weicheS,schwe-

re«, unreines, und daher nicht sonderlich gläntzendes metall.Es führt viel unreines saitzes, irrdischen schweftls und mcr-curialischer Materie bey sich, weshalb es dann auch so schwerist, das nasse, so darum verwahret wird, nicht leicht verderbenlaßt, und keinen klang von sich gibt. Es ist kühlender rst-kkringlrender Natur, und ist gut vor faule, krebsichtc schaden.Weswegen es in der luleckcin innerlich und äusserlich ge-braucht wird. Fast in allen berg-arten ist etwas bley enthal-ten, es ist aber schwer daraus zu bringen, und kostet viel mü-he. Doch wenn iiurz. oder 6. lorh silber in einem centnerstecken, wird es in den seiger-Hütten durch die seigerer,frrscher, abtreibet', garmacher, Wäscher, in den dörr-Md frisch-ösen abgetrieben, und das silber davon geschie-den. Die zümgiesser wissen sich dieses mctalls tress.ich wolzu bedienen, um damit das gute z>nn zu versetzen. Manbraucht das biey sehr häussig zum decken auf starcke und daur-haffte gebäude, als Kirchen, thürme, u. d. g. Jnglcichen zukugeln in kleines hand-gewehr, zu schrvt, zu gewichten, was-ser-röhren, u. s w. Es soll, nach lückori bericht, zu erst aufden Atlantischen insuin gefunden seyn. Atz» ist dasKarndtische, Frcyberg- und Villachische das beste. Bey denAlchymisten und apotheckern bedeutet dieses zeichen ^ wel-ches 8-üurnttS genannt wird, bley. Schrob, Seckend.

Bley-erz, klumbLAo. Ist ein crz, so bley bey sich führet.Das g!a»tz-erz,g!tlLiw,plriml>uni Minerale: ist

das beste bley-erz, sonderlich wann es sehr hell - gläimciidc

ble

schuppen hat, und dem wißmuth gleich siehet, das mit vielemkieß vermengte tauget nichts. Die ble» - erze liegen gemei-niglich nicht liess, und erfordern hier wenig kosten. Sie bre-chen bald in weiß-blauem gesteinc, bald in braun-rothen oderin grauen mit gold und blau und grün-vermischtem gebürgt,am allermeisten aber in groben und klein-spessigtem giantze.Diebley-erze mögen sich gern mir den reichsten süber-erzenvermenge», und am liebsten mir dem geil-cn kupffcr-crz, so inwciffen quartz- und eisenstein bricht. Je näher die biey - erzeam tage liegen, je reicher find sie am bley. Sie werden aufunterschiedene weisen geschnroltzcn, einige mit, andere ohnezusatz. Doch ist wohl zu bcmercken, daß alle bley-crze vorhe-ro also zu röste» sind, daß entweder das bley alsobald im rö-sten davon siiesse, oder daß seine wildigkeit ihm gantz benom-men werde. Denn sonst wird das erz durch den oft» fliesten,und an statt dessen eine steinigte mareric, gleich dem erze an-zusehen, wieder kommen, in welcher sich die Müdigkeit »ochbesser eingeftessen hat. Die bley-crze werden von den töpf-scrn zum lasurcn gebraucht. Rößl.

Bley-glas;. Bedeutet in der schmeltz-und scheide-kunst einenfluß, der zu den strengen und sehr miflüßigeu erzen gebrauchtwird,mifdaß sich dicftlbigeu gleich den flüßigen rein ansie-dc» mögen lassen. Dergleichen biey-glirß wird am besten al-so bereitet. Man nimmt meiste kiescl-steine, läßt sie imfeuer wohl glühen, und damit sie desto mürber werden, sowirfst man sie giüend in kalt Wasser, stoßt sie klein, und siebtsie durch ein Haar-sieb. Von diesem feinen staube nunnimmt man einen, von der glett aber 4. theile, thut es ge-mengt unter einander in eine» schmeitz-ticgcl, bedeckt es mitstütz, setzt es mir decket und kohlen wohl zugedeckt vors geblä-ft, läßt es wie wasser zersiieffe». Darnach nimmt man denlieget aus dem feuer, und laßt ihn vvnselbst erkalten. Als-dann eröffnet man denselben, und nimmt das über dcm blcy-könig oben auf sitzende blcy-glaß ab. Man muß das bley-glaß nicht zwcymal, wie einige wollen, fliesten lassen, denn eswird sonst zu matt,und ist nicht mehr so kräftig,als zuvornLok.Blev-Hack'e. Ist ein hacke, der in§ geschmoltzcnc werck gese-tzer wird, mit weichem man es nach erkaltung aus demschmeltz-tiegel desto besser heben könne. Schönt'.Bley-loth, s. Bley-wuvss.

Bley-pulver. Ist dasjenige pulver, so den töpsscrn zum gla-surcn ihrer irdenen geschirre dienet, es wird also bereitet:Man zerläßt in einem irdenen oder eisernen gesäße das bley,mischt klein gestoßene kohlen drunter,und wäscht sie hernach-mals wieder ab.

Bley-sack. Ist die Unart, so einem blick-silber noch anhän-get, wann es im treiben nicht recht abgegangen.Schönb.Bley-schweif. Heißet bey den berglenten eine leere berg-art,so zwar äußerlich aussiehet, als wäre es gediegen bley, kauaber mit feuer nicht leicht gezwungen werden.

Bley-wage, "Wasser-wage, lübell», Ein werck-

zcuq.so vornemiich in der bau-kunst gebrauchet, und wodurchdie flache eines Hodens oder anderes dinges gerichtet, und er-forschet wird, ob sie sich gantz gleich und gerad hinaus erstre-cke, oder ob sie einen hang habe. Seine gestalt ist, nach demgebrauch, unterschiedlich. Eine mauer vdcr schwelle wag-recht zu strecken, gebraucht man ein bret, ungefähr eines sus-ses lang, das also zugeschnitten, daß es einen gleichseitigentriangel vorstelle. An der einen spitze desselben ist «ine feineschnür befestiget, an welcher ein blcy-gewicht hänget. Ausdem Punct, wo die schnür hält, ist eine linie aus das bretdergestalt gerissen, daß sie mit einem geraden winckel aufdie gegenüber stehende feite des brets falle. Wenn nunmit dieser seift das bret auf eine schwelle, mauer , oder

werck«