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ncy-mittel. Denn man aus den meisten derselben trancke,gebrannte wasser, lattwergcn, salben, Pflaster, fasste, liiictu-ren,öie, u. d. g. machet. So wissen auch die Chimistcn ausihnen die schönsten färben hervor zubringen.
Blumen. Sind in der Chimie die subrilesten theile der cör-per, so durch die tuliiimLrivu von den gröber» theilen in ei-ner trocknen forme geschieden worden, und in der höhe deslckblimir-gefässcs behängen bleiben. Schnöd.
Blume, >leullrus, .4^/5 Die monatliche zeit
der weiber wird die weibliche blume gcncnnet.
Blumen-garten. Ein garten, worinnen man nichts andersals allerhand wohlriechende, wohlgestaltc und wohlgefarbteblumcn, und zwar das gaimc jähr durch haben kam Er mußfreye sonne und eine nicht gar zu fette erde haben. Es mußaufdenselben grosser flciß und nicht wenige koste» gewendetwerden. Wann er recht vvllkomcn seyn soll, so müssen darin»schöne IHraiiiLll, grotten, Lalcaäen, lust- tcichc, lust-hän-str, gallerien, Pyramiden, statucn, Portale, bogen-gänge,lauber-hütten, labyrinthen, u. d. g. angeleget werden. Elsh.
Blumen-kohl, Lrassica cLiiiiüorL'< 7 ^a»/cr„ .Ist eine art kohl,derer kopffmittelmäßig breit wächset, und grösten theils ausweiffenblümgen bestehet, welche, wann sie gekocht werden,sehr schmackhafft und angenehm sind. Des blumen - kohlssaame will bey uns, wegen seiner zärtigkcik, nicht gern reif-sen. Deswegen muß man ihn, wann man recht was gutesvon blumcn-kohl haben will, aus warmen ländcrn, sonderlichaus Italien, aufrichtig zu erhalten, sich angelegen seyn las-sen. Solchen saamen säet man im Merk-monat auf einmist-beth, wann die pflanke bis ins öte blat erwachsen, setzetman sie in einen wohlgcmistetcn sandige» gründ, alsdannwird sie nach fleißigem bemessen und mieden, auf Johannasund ferner gegen den Herbst ihre blumcn tragen. Elsh.
Blumen-künste. Diese bestehen darin», daß man die blumenan färbe, geruch und grösse verändern mag: Ingleichen, daßman ihre blühe-zeit verrücken, die abgebrochenen blumen beyihrer färbe, geruch und gantz frisch lange zeit erhalten mag.Elsh.
Blum-werck. Dis Wort begreifft allerley blumen-gewächs,und ist dabey überhaupt in acht zu nehmen, daß alle biumcn-arbeit, als säen, verpflantzen, abfilmen, u. d. g. bald nach demneuen und also im zunehmenden monde verrichtet werdenmüsse: Was aber gefüllte blumen bekommen soll, als rin-gel-blumen und näglein, die müssen kurtz vor oder in demvollen mond selbst gesäet und gepflantzet werden. Die zu-cker-becker machen nicht nur das blum-werck in z ucker ein,son-dern wissen auch dasselbe mit einem hellen und durchsichtigenEsiulls zu überziehen, daß sie ihre natürliche färben behalten.Elsh. -si/eaa öH.
Blum-werck, s. Bildschnitzerey.
Ssuk, SanZuiz, Ein rother fasst, so in den äderneines lebenden cörpers umläufst, und sich in alle fleischigetheile ergeußt. Er bestehet aus einem wäßcrigen naß, miteinigen saltzigcn, gallichren, und settiehten theilgen ver-mischt. Desbluks Zubereitung haben die alten der lebcr,viele aber unter den neuern ärtztcn dem hertzen zuschreibenwollen, da doch die berühmtesten -Vn^romici und natur-kün-diger bereits gnüglich dargethan, daß der eigentliche undnächste ansang der blutmachung das blut selbsten sey, so fernes mit andern feuchtigkeiten und geistern angefüllet ist, odervielmehr aus selbigen bestehet. Denn das neue blut entste-het von der mannigfaltigen bewegung der zum blutmache»dienenden Materien, und durch öffters anwallen der theilgender alten Masse gegen die theilgen des neu-zugegossenenmilch-saffles. Wiewohl nicht zu läugnen stehet, daß in dem
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hertzen bey hervorstossung des bluts all unterschiedlichen or-ten das überflüssige abgesondert, und was anders bcnöthig-tes( welches aber hauptsächlich von der lufft zu verstehen)zugegossen werde; ja, daß die Puls ader das blut aus denHertz-kammern und durch die biut-adern wieder zu denselbenführe, so, daß ein stetiger umlaussdes blutcs im menschlichenleibe sey. Wenn wunden starck bluten, so legt man wshlzer-stoffenen weihen daraus, das bluten wird dadurch alsvbaldgestillt. Man kan auch nur die binde in wassern, worinn einerkleinen weischen-nuß groß Vitriol oder kupffer-wasser zerlas-sen worden, netzen. Für das blut - auswcrffcn aber ist ei»quintlein le-rr-r liAillatD, minder oder mehr, in warmenbierc oder dergleichen genommen, ein sehr bewahrtes mitte!.Bbber vrt^öi.15. v.ro. nach dem buchstabcn zu verstehen,und das »erbot des blut-essens die Christen noch heute ver-binde, darin» ist die Brientalischekirche, in welcher es beob-achtet wird, von der Occidentalischcn unterschieden, in wel-cher es durchgehends als abgekommen, geachtet wird, wieunter andern stattlich behauptet hat. Doch
finden sich einzelne Personen, so ihnen darüber ein gewissenmachen.
Blut-ader, s. Ader.
Blut-adler, s. Adler.
Blut-bann, balß-ober-vdcr peinliche gerichte:ssurisäiLtic>Eiimiiwlis , , /ürE Ist die
macht und das recht über blut richten zu können, und be-greifft also die execurionen an grossen Missethätern. Die-se macht wird allwegen von dem Käyftr und Königen selbstzum lehcn verliehen, und theilet keines wegcs einiges herr-schaffs-recht über andere mit; Es müsse dann seyn, daß mitdem blut-bann noch andere hohe ssurlsälLlionalis zugleichmitgegeben wären.
Blut-egel, s, Egel.
Blut-fincke, s. Dlihm-pfaffe.
Blurs-sreunde, s. Bluts verwandten.
Blut-gang, Blut-fluß: klMnowkLgw. Unter diesemWorte kan so wohl das bluten der nascn, als auch urerl derMutter bey den wcibern,»»d der ädern die im Mast-darmsind , begriffen werden. Absonderlich wird darin»
verstanden ein schmcrtzlicher bauchfluß, der mit faulem ei-terigen blut gehet, und von einer eilerung der gedärme ent-stehet , sonst auch die rothe rühr genannt. Diese kranck-hcit ist ansteckend, und pflegt sonderlich bey den armcen imselde zu wüten.
Blut-igel s. Egel.
Blur-kraut, s. wegtritt.
Blut-schande, Iiweüas, Wenn zwey bluts-fremi-
dc,vder solche Personen,die einander wegen naher anverwand-schafft nicht heyrathen dnrffcn, einander fleischlich berüh-ren. Sie wird gemeiniglich mit dem schwerdte ge-strafft. ....
Blut-stein , lsilLiarnres,
Ein stein, der entweder davon, daß er das bluten stillen soll,oder von seiner färbe, also benennet wird. Denn zuweilenfindet man ihn in Africa, Spanien, Böhmen, Schlesienund Sachsen, dunckel-rorh, und der wird der schwaryegenannt, welchen die goidschmiede zum poliren der eocl-steine gebrauchen und der beste, sonderlich der aus Spanien,seyn soll. Zuweilen purpur-sarbig, zuweilen auch eifen-farbrg. Weshalb dann auch einige den magnct vor eineart des blut-steins halten wollen; Welcher meynung destowahrscheinlicher zu seyn scheinet, je gewisser es ist, daß derblut-steiii mit dem magnct auch darum, daß jener wie dieserzuweilen eisen an sich ziehet, eine grosse verwandtniß hat