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Und dann bildet ihr euch auf euer Beschnitte»seyn noch so viel ein! O laßt's euch sagen: Nur dannhat die Beschneidung Nuzen für euch; wenn ihr dieForderungen des Gesezes erfüllet. Erfüllt ihr diesenicht, so ists eben so viel, als wenn ihr »«beschnitte»wäret. Erfüllt hingegen ein Unbeschnittener die For-derungen des Gesezes — gewinnt er dadurch nicht ge-rade den Vorzug, den euerer Meinung nach nur ei»Beschnittener haben kann ? Beschämt und verurtheiltnicht ein solcher unbeschnittener Beobachter des Ge-sezes euch beschnittene Uebertreter desselben?
Wahrlich Brüder! nicht jeder, der öffentlichein Jsraelit ist, ist um deswillen ein achter Jsraelit;und nicht die körperliche Beschneidung ist um deswil-len die wahre Beschneidung. Sondern der treue Beob-achter des Gesezes, und wenn ihm auch jeder äußreVorzug und Unterschied fehlte — nur der ist ein ach-ter Jsraelit; und die ächte Beschneidung ist die, wel-che am Herzen, nicht zur buchstäblichen Gesezesbe-folgung, sondern geistig geschieht. Bor Menschenhat das denn freilich wenig Werth, aber desto mehrvor Gott.
III. „Aber was hat denn aus diese Weise, mögte„man fragen, der Jsraelit für Vorzüge? Was Nuzens„hat die Beschneidung? " Viel in aller Absicht! Ei»Hauptvorzug z. B. —- den Israeliken sind die Of-fenbarungen Gottes anvertraut, in ihren SchooSsind sie niedergelegt worden. Es ist wahr, einigeaus ihnen haben sich durch Untreue dieses VorzugSunwürdig gemacht — aber das wird doch die Erfül-G 4 lang