Bruder, dieß Wort siebenmal zu beherzigen. Niefehlte! die Glaubenshelden der Schrift, in den Zei-ten des alten und in den Zeiten deö neuen Bundes,es ist wahr und offenbar — der Gegenstand, dasZiel ihres Glaubens war unsichtbar. Sie umfaßtenDinge, die sie nicht sahen. Sie vergegenwärtigtensich Abwesendes. Sie dachten sich in die ferne Zu-kunft, in das, menschlichen Augen unsichtbare Got-tesreich hinein.— Aber, wolverstanden! aber ——Ihr Glaube ans unsichtbare beruhte auf EtwasSichtbarem, wahrnehmlichem, gewißem; auf Et-was , das in die Sinne siel -— und dennoch aus derhöher» unsichtbaren Gotteswelt herkam — gleichsamaus derselben heraus — in die sichtbare Welt hereingetreten war. Das, was ihnen verheißen war, sa-hen sie nicht — im Ganzen aber sie sahen den-noch oft etwas weniges davon; oder sie sahen, hör-ten den glaubwürdigen, den bevollmächtigten Zeugenden Zeugen aus der unsichtbaren Welt, der indie Sichtbare hinein zeugte. Nenne mir einen ein-zigen, Bruder, aus der biblischen Geschichte — derglaubte, von dem Glauben gefordert ward — wo erschlechterdings nichts sahe- kein Merkmal der ge-
genwärtigen , redenden oder würkenden Gottheit —>keinen Stral vom Himmel, keine Erscheinung aus derunsichtbaren Welt <— der keine Erfahrung hatte ——an sich oder andern — von höher» Gotteskräften —Sie waren nur dann verbunden, an die unsichtbareWelt zu glauben >— wenn ihnen etwas aus der un-sichtbaren Welt zu hören, zu sehen, zu fühlen, wahr«B » zunehmen,