mit den Thaten, die so gern im Finstern verübetwerden —— laßt uns ein Betragen annehmen, welchesdas Tageslicht nicht scheuen darf; ferne seyen Fres-sen und Saufen, Hurerei und Geilheit, Zank undErbitterung. Dem Ebenbilde Jesu Christi sollen wirähnlich werden und ja zusehen, daß die Pflege unsersKörpers die sündlichen Lüste desselben nicht aufregeund nähre.
XIV. Dem Schwachen, der sich aus manchenerlaubten Dingen ein Gewissen macht, begegnet freund-lich und werfet euch nicht zu Richtern seiner Zweifelauf.
Der eine isset mit völliger Ueberzeugung von al-len Speisen -— ein andrer, der diese Ueberzeugungnicht hat, isset nur Gemäße. Der erste verachtediesen nicht und dieser verurtheile jenen nicht >— dennGott ist mit beyden zufrieden, hat beyde in die Gemei-ne des Meßias aufgenommen. Wie darfst du dichunterstehen, einen fremden Knecht zu richten! er stehtoder fallt ja seinem eignen Herrn— und fallt er,so mag ihn Gott wohl wieder aufrichten.
Der eine halt gewiße Tage für heiliger, als dieübrigen Tage —- einem andern sind alle Tage gleich.Beyden ists recht, wenn sie's nur aus fester Ueberzeu-gung thun. Wer gewiße Tage für heiliger hält,thut's um des Herrn willen — und wem alle Tagegleich sind, thut's aus eben dem Grunde. Wer vonallen Speisen ohne Unterschied isset, thuts mit derUeberzeugung, dem Herrn zu gefallen, denn er dan-ket ja Gott«— und wer nicht von allen Speisen isset.