von Corsica. 75
man kann sich kaum eine größere Grausamkeit vor»stellen, als diejenige war, welche die armen Corseununmehr ausstehen mußten.
Die Genueser schickten einen Generalcommis»sarius nach Corsica, der zugleich zwey Jahre langGouverneur über die ganze Insel war. Er wargemeiniglich ein Edelmann von schlechten Vermö-gen, der aber durch schändliche Erpressungen als einreicher Herr wieder zurückkam; und es durch seinAnsetzn im Senate zu verhindern wußte, daß manseine Aufführung nicht untersuchte. Und obgleichdie unglücklichen Corsen bey der Republik viele Kla-gen anbrachten, so wurden sie doch gleich unterdrü»ket; welches auch nicht schwer hielt, da man dieCorsen schon vor so unruhig und treulos hielte, daßihnen keine Regierung anständig wäre, und überdieses ein jeder Senator, der seine Stimme gebenmußte, nicht wissen konnte, ob er nicht ebenfallseinmal durch Ausschweifung würde genöthiget seyn,seine Zuflucht zu diesem Mittel zu nehmen.
Der Generalcommissarius hatte seine Residenzzu Vastia. Es waren auch andere Eommisjaricn zuCalvi, Ajaccio und Bonifacio, Lieutenants und Unter-bedienten über der ganzen Insel ausgebreitet; die allein ihren Posten etwas beytrugen, das Land zu berau-ben und zu Grunde zu richten; und die sich bey einerniederträchtigen Sicherheit frcueten, daß Corsica,da es in einem Winkel von Europa liege, auch vonniemand geachtet würde, und ihr ungerechtes Ver-fahren der Welt unbekannt wäre.
Während