von Lochen. 165
„lassen; Ich will ihm diejenige Freyheit, Regie»„rungsform, und Glückseligkeit zeigen, die er zer-„stöhrcn wollte. Hierauf will ich ihn auf ewig von„der Insel verbannen». - So ist die Denkungsartdieses berühmten Generals beschaffen.
Die Religion in Eorsica ist der römisch catho-lischt Glaube, worinnen die Einwohner dieser Inselsehr eifrig sind. Vielleicht haben sie auch einenziemlichen Grad von Aberglauben; welches noch bes-ser ist, als das Gegentheil davon. Keine Nationkann ohne Religion glücklich seyn, und wenndiese fehlet, so wird eine iede edle Gesinnung undLiebe vor das gemeine Wesen bald abnehmen. DieLehre von dem Vertrauen auf eine allgemeine Vor-sehung, und von einem zukünftigen Stande der Be-lohnungen und Bestrafungen, machte ehemals dasrömische Volk tugendhaft und groß. Und wie dieseLehren durch die falsche Philosophie des Epikurusabnahmen, so wurde auch der Geist der Römer ge-schwächt, und auf ihre patriotische Gesinnung folgteeine weibische Eigenliebe, die sie bald in Verachtungund ins Verderben stürzte. Doch die Corsen, diesich fest an ihre Religion, als au die von Gott ge-sandte Offenbarung halten, hegen noch in geistlichenSachen eben den kühnen und freyen Geist, den siein weltlichen Dingen so ausnehmend gezeiget haben.Sie sind geschworne Feinde von der weltlichen Machtder Kirche, und die letzteren heftigen Streitigkeitenzwischen der Nationalregierung und den Vischöffen,
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