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von Corsica.
vorn Tacitus beschrieben sind. Doch haben sie nichteben die große Neigung zum Trinke», indem sie sehrmäßig sind. Ihr moralisches Betragen ist in einem»»gewöhnlichen Grade strenge und sittsam, welchestheils von den guten Grundsätzen, die noch nichtdurch Schwelgerey verderbt sind; theils auch vonder Ausübung der Privatrache gegen alle diejenigenherrühret, welche die Ehre ihrer Weiber verletzen.
Dieses letztere wird vielleicht einigen sehr rauhund grausam scheinen; allein ich halte es für sehrweise und edel. Ein zufälliger Mord ist doch besserals häufiger Ehebruch. Es ist besser bisweilen einenverdorreten Zweig abzuschneiden, als daß die ganzeGesellschaft verderben sollte. Wenn die moralischenHandlungen mit den Begriffen von der Ehre aufsgenaueste verbunden sind, und die Laster von einerreizenden Art nicht ungescheuet begangen werden;so kann man hoffen, daß die Menschen in einer ge-bührenden Ehrfurcht und in den Schranken ihrerPflichten erhalten werden. Und wofern es uns anden thörichten Zicrrathen und vergänglichen Vergnü-gen einer ausschweifenden Galanterie fehlet; so sindwir auch von ihren weibischen Sorgen, und ihrenfieberhaften Leidenschaften, und von ihrer Falschheitund Verstellung besreyet; so lange die wohlan-ständigen Grundsätze und natürliche edelmüthigeNeigungen in ihrer völligen Kraft erhalten werden.
Diejenigen, welcheglauben, daß das Duellirennothwendig sey, damit der feine Wohlstand derHöflichkeit erhalten werde, sollten die PrivatracheO ? als