246 Tagebuch
Türken, wenn sie mich wegnahmen, nicht langebehalten sollten. Doch war er so gütig, um auchdieses zu verhindern, daß er mir einen sehr ausführelichen und eigenen Paß mitgab; und wie dieser mirnichts nütze war, wenn ich keine Seeräuber antraf,so sagte er auch zu mir im Scherze, da er mir denPaß gab: „mein Herr, ich hoffe, daß sie ihn nicht„brauchen werden».
Ehe ich Livorno verließ, so bemerkte ich, daßdie italiänischen Staatskundigen meine Reise aufeiner sehr ernsthaften Seite betrachteten, nicht an»ders, als ob ich wirklich von meinem Hose einenAuftrag hätte, einen Traktat mit den Corsen zuschließen. Je mehr ich alle diese Dinge abzulehnensuchcte, desto mehr beharreten sie darauf, daß esgewiß sy, und Jedermann sahe mich für einen sehrgeheimen jungen Herrn an. Ich mußte es dahergeschehen lassen, daß sie einen Minister aus mirmachten, bis die Zeit sie eines andern belehrenwürde.
Ich fuhr von Livorno in einem toscanischenSchiffe ab, welches nach Capo Corso gehen und da»selbst Wein laden wollte. Ich zog dieses einemSchiffe vor, welches nach Vastia abgicng, weil ichnicht wußte, wie der französische General gegen dieCorsen gesinnet war, und deßwegen befürchtete, daßer mir nicht erlauben möchte, zu dem Paoli zu ge»hen. Ich faßte daher den Entschluß, auf dem Ge-biete der Nation anzulanden, und alsdann nach mei-ner gemachten Bekanntschaft mit dem berühmten
Gene»