einer Reise nach Corsica. 247
General, den Franzosen meine Aufwartung zu mr«chen, wenn ich sehen würde, daß es sicher gesche-hen könnte.
Ob man gleich -on Livorno nach Corsica ge-wöhnlicher Weise in einem Tage segeln kann; so wares doch damals eine so große Windstille, daß wirzween Tage auf dieser Fahrt zubrachten. Der ersteTag war der verdrießlichste. Doch es waren zween»der drey Eorsen auf dem Schiffe, und einer vonihnen spielete auf der Cither, welches mich ungemeinvergnügte. Bey Sonnen Untergang sungen alleLeute auf dem Schisse das Ave Maria mit großerAndacht und guter Melodie. Es war angenehm,den Geist ihrer Religion kennen zu lernen, und zuhören, wie sie ihr Abendopfer darbrachten.
Am zweyten Tage wurden wir besser mit ein-ander bekannt, und waren munter und fröhlich.Die würdigen Corsen glaubten, daß es sehr dienlichwäre, einem jungen Reisenden, der eben aus Ita-lien käme, gute Lehren zu geben. Sie sagten mir,daß man mich in ihrem Vaterlande mit der größtenGastfreyheit aufnehmen würde. Woferne ich esaber wagen würde, eine von ihren Weibern zu schän-den, so könnte ich auch auf einen schleunigen TodRechnung machen.
Ich beschäftigte mich verschiedene Stunden mitvielen Betrachtungen, die mir großen Muth ein-flößten. Die Annäherung zu der Insel, welche inmeiner Einbildungskraft eine ungewöhnliche Größeerhalten hatte, wurde mir immer angenehmer.
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