»5<- Tagebuch
würde. Ich wunderte mich daher gar sehr, als ichsahe, daß das Haus des Herrn Antonetti ganz Ita-liänisch , und mit Mein Hausrat!), Kupferstichenund Copien einiger der berühmtesten Gemälde ver-sehen war. Insonderheit erstaunte ich, als ich hiereine kleine Copie des Raphaels von: heiligen Michaelund dem Drachen antraf. Es war hierbey ebennicht nöthig, daß die Copie gut gemacht war, son-dern dieses fetzte mich in Erstaunen, daß ich dieSa-che überhaupt hier erblickte.
Der Herr Antonetti gab mir eine vortrcflicheAbendmahlzeit und ein sehr gutes Bette. Er redetemit großer Starke von der patriotischen Sache, undsprach mit großer Ehrfurcht von dem General. Ichwar nunmehr ganz ruhig, und der Anfang meinercorsischcn Reise gefiel mir ungemein woyl.
Am folgenden Tage, als an einem Sonntage,regnete es sehr stark; und da bemerkte ich, daß dieEorsen bey aller ihrer Unerschrockenhcit, sich fast aufeine weibische Art vor dem schlimmen Wetter fürch-teten. Ich erhielt hiervon eine lustige aber richtigeNachricht von einem, der zu mir sagte: „mein„Herr, wenn sie so arm als cin Corse waren, und nur„einen Rock hätten, so daßsie alsdenn, wenn dieser„naß geworden, keine trockenen Kleider anlegen„könnten, so würden sie sich ebenfalls fürchten,,.Der Herr Antonetti wollte nicht zugeben, daß ichryghrcnd des Regens ausgehen sollte, indem er zumir sagte: „wenn man sich zu der Zeit schon außer»Hause befindet, so muß man Geduld haben,
»aber