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Tagebuch
Professors waren alle bis auf einen P. Capucincr,den ich in seinem Kloster besuchte, abwesend. DasUniversitätsgcbäude ist in ziemlich gutem Zustande,und mit einer schönen und zahlreichen Sammlungvon Büchern versehen. Es ist hier in der Kircheein in Holz geschnitzter Tabernakel, nach Art dessen,welches die Franciscaner besitzen, aber bey weitennicht so gut gearbeitet.
Ich gieng auf das Castcll zu Corte. Der Com-mendant zeigte mir mit vieler Höflichkeit alle Theiledarinne. Wie ich nun alles in Corstca zu sehenwünschte, so hatte ich auch ein Verlangen die un-glücklichen Gefangenen zu besuchen. Es saßen da-mals drey im Eastell, ein Mann wegen der Ermor-dung seiner Frau; ein vcrheirathetes Frauenzim-mer, welche einen von ihren Bedienten gedungenhatte, eine Frau, auf welche sie eifersüchtig war,zu erdrosseln; und der Bediente, welcher diese grau-same That wirklich ausgeübt hatte. Man brachte sieaus ihren Cellen heraus, damit ich mit ihnen redenkönnte.' Der Mörder von seiner eigenen Frau hatteein dummes und verhärtetes Ansetzn, und sagte mir,er habe es auf Anstiften des Teufels gethan. DerBediente war ein armer nichtswürdiger Bösewicht.Er hatte zuerst seine Hausfrau angeklagt, da manihn aber hernach bewogen hatte seine Anklage zuleugnen, so wurde er auf die Marter gebracht, undman hielt ihm angezündeten Schwcfclfaden zwischenseine Finger. Dieses verursachte, daß er seine vorigeAussage wieder bestätigte, und also ein starkes Zeug-niß