einer Reise nach Corsica. 267
und Sorgen zu gerathen. Meine Vorstellungen vonihm waren durch den Umgang, den ich mit allenArten von Leuten auf der Insel gehabt hatte, garsehr erhöhet worden, indem sie mir ihn als etwasUebermcnschlichcs abgebildet hatten. Ich trug dasstärkste Verlangen einen so erhabenen Charakter zusehen; aber ich befürchtete, daß ich würde unver-mögend seyn ihm eine hinlängliche Nachricht zu ge-ben, warum ich mich unterstanden hätte, ihm miteinem Besuch beschwerlich zu fallen, und daß ichvon ihm würde ganz gedemüthiget werden. Ichwünschte fast zurück zu gehen ohne ihn zu sehen'Diese Vorstellungen beschäftigten mein Gemüth, bisich durch das Dorf ritt und in das Haus kam, woer sich aufhielt.
Ich verlies meine Bedienten nebst meinen Füh-rern, und gieng durch die Wache hindurch, woselbstich einige von des Generals Bedienten antraf, diemich in ein Vorzimmer führeten, worinncn verschie-dene Herren ihn erwarteten. Der Herr Vocco-ciampe hatte ihm meine Ankunft gemeldet, und nunführte man mich in des Paoli Zimmer. Ich fandihn ganz allein, und erstaunte über seinen Anblick.Er ist lang, stark, und wohl gewachsen; von schö-ner Gesichtsbildung, einer freyen und offenen Miene,und einem männlichen und edeln Betragen. Erwar damals in feinem vierzigsten Jahre. Er war ingrün mit Gold gekleidet. Er pflegte sonst ein ge-meines corsisches Kleid zu tragen, allein bey der An-kunft der Franzosen glaubte er, daß ein wenig
äußer-