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Tagebuch
äußerlicher Putz etwas beytragen könnte, der Regie-rung einen größer» Glanz zu verschaffen.
Er fragte mich, was meine Befehle an ihnwaren. Ich überreichte ihm einen Brief von demGrafen Rivarola, und da er ihn gelesen hatte, sozeigete ich ihm auch den Brief vom Herrn Rousseau.Er war höflich, aber noch sehr zurückhaltend. Zchhabe vielen Prinzen aufgewartet, aber nie habe icheine solche Prüfung, als vor Paoli, ausstehen müs-sen. Zch habe bereits erwähnet, daß er ein großerKenner der Gesichtszüge ist. Und weil er in bestän-diger Gefahr wegen Verrätherey und Meuchelmordgewesen ist, so hat er sich angewöhnet, ein iedesneue Gesicht genau und aufmerksam zu bemerken.Wir gicngen daher wohl zehen Minuten lang imAmmer auf und nieder, ohne ein Wort zu reden,wo er mich mit unverwandten, scharfsichtigen unddurchdringenden Augen ansähe, nicht anders, als ober meine ganze Seele ausforschen wollte.
Diese Zusammenkunft war für mich ziemlichernsthaft. Doch ich wurde bald wieder gar sehr er-freuet, da seine Zurückhaltung aufhörete, und ermehr zu reden anfieng. Zch wagte es alsdann, ihmdieses Compliment gegen die Corsen zu machen:„Mein Herr, ich bin icht auf meinen Reisen, und„habe vor Kurzem Rom besucht. Zch habe daselbst„die Ueberblcibftl eines tapfern und freyen Volks ge-„sehcn; aber nun sehe ich hier den Ursprung eines„andern-,.
Er