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Tagebuch
lieber unmittelbar, dem Ausspruche des Paoli über»lasse», weil sie ihn liebele» und verchreten. Allein,eine solche Unterwerfung hieß in der That nichtsanders, als durch ihre Leidenschaften regieret wer»den. Sie unterwerfen sich demjenigen, für welchemsie eine persönliche Ächtung haben. Man kannnicht sagen, daß sie vollkommen wohl eingerichtetwaren, bis sie sich den Aussprüchen ihrer Obrigkeit,als Diener des Staates, denen die Verwaltung derGerechtigkeit anvertrauet ist, unterwerfen. Paoli,der sie überzeuget, daß die Obrigkeit mit Geschick»lichkeit und Redlichkeit richtet, gewöhnet die Corsen,dasjenige heilsame Vertrauen in ihre Richter zu se»Hm, welches zur Versicherung des Ansehens und derDauer einer Regierung so nothwendig ist. Nach-dem er vieles zum Ruhme der Corsen geredet hatte,sagte er zu mir: „Kommen Sie, Sie sollen gleich„einen Beweis von dem, was ich Ihnen sage, ha-„ben. Es ist ein großer Haufen Volks in dem nächsten„Zimmer, welches auf eine Audienz bey mir wartet.„Ich will den ersten, den ich sehe, herein rufen,„und Sie sollen ihn anhören,,: Derjenige, welchersich ihm von ungefähr darstellcte, warein ehrwürdi-ger alter Mann. Der General fastete ihn bey derHand, und wünschte ihm mit einer gelassenen und gü-tigen Miene, einen guten Tag, welches den alten Bauervöllig ermunterte, mit Sr. Excellenz frey zu reden.Paoli sagte ihm, er sollte nicht auf mich sehen, sondernnur fort reden. Der alte Mann erzählte ihm hier-auf, daß in den» Dorfe, wo er lebte, ein unglück-licher Auflauf des Volkes gewesen sey, wobey zwey