zc>4 Tagebuch
„Schriftsteller, sondern den Plutarch und Libius„lesen».
Ich habe gesehen, wie er in eine Art von Ent»zückung gerathen, und sich in der Hitze der erhaben»sten und edelsten Begeisterung ausgedrückt hat. Icherinnere mich zweyer Beyspiele hiervon. „Was vor„ein Gedanke? daß Tausende ihre Glückseligkeit dir„zu verdanken haben!Und indem er sich in eineStellung setzte, als wenn er den hohen Berg desRuhms vor sich sahe: „Da, da ist mein Gegenstand„(indem er auf die Spitze zeigete) wenn ich falle, so„falle ich doch wenigstens dort, dort (indem er noch hö»„her hinauf wieß) mgZnis rame» excickic aulis».
Ich wagte es, wie ein Freygeist zu reden, da»mit ichGclegenheit haben möchte von einem so berühm»ten Lehrer in den Grundsätzen der Tugend befestigetzu werden. Ich redete sehr leichtsinnig von dem mo»ralischen Gefühl, und behauptete, daß das Gewis»sen noch sehr unbestimmt und ungewiß sey; und daßkaum ein Laster gefunden werde, welches die Men»schen, die desselben sich schuldig gemacht haben, nichtohne Gewissensbisse sollten ausgeübt haben. „Aber,„sagte er, es ist doch niemand, der sich nicht über„dieses oder jenes Laster entsetzen sollte. Vcrschie»„dene Tugenden machen bey verschiedenen Menschen„den stärksten Eindruck; allein, die Tugend an sich„betrachtet, ist die Nahrung unserer Gemüther».
In Absicht auf die Vorsehung sagte er mir miteiner Ernsthaftigkeit, womit ein Mensch redet, demviel daran gelegen ist, daß man ihm Glauben bey»
messe: