zi4 Tagebuch
bloßer Name in Vergleichung dessen, was er in al»ten Zeiten war. Ehemals lebte der Adel auf seinenLandsitzen wie Fürsten in gastfreyer Pracht. Siewaren mächtige Leute, und ein ieder von ihnenkonnte wohl hundert von seinen Anhängern ins Feldstellen. Sie waren zu der Zeit offenherzig und gesprä-chig. Einige von unserm neuen Adel sind sehr daraufbedacht, sich das Ansehen einer Würde zu geben, welche,wie sie wohl merken, keine Probe aushalten kann,wobey sie befürchten, daß man ihnen zu nahekomme.Paoli ist nicht von dieser Art. Diejenigen, welcheum ihn sind, kommen zu allen Stunden in' sein Zim-mer, wecken ihn auf, helfen ihn anziehen, undsind vollkommen frey uud ohne Zwang; doch sindsie sich ihres Abstandes bewußt, und verletzen nie»mals, aus Ehrfurcht gegen seine wahre Größe, ihreHochachtung gegen ihn.
Daher ob er gleich leicht mit sich sprechen läßt,so hat man doch alle Sorgfalt in Ansehung solcherVersuche wider das Leben des berühmten Oberhaup»tes angewendet, die er von den Genuesern zu be»fürchten Ursache hat, als welche sich oft des Meu»chelmords bloß aus einer politischen Absicht bedienethaben, und also auch viel dabey gewinnen würden,wenn sie den Paoli ums Leben bringen könnten.Eine gewisse Anzahl corsischcr Soldaten halten be-ständig die Wache bey ihm; und außerdem hat erselbst, zu einer noch genauern Bewachung einige treuecorsische Hunde bey sich. Von diesen schlafen fünfoder sechse theils in seinem Zimmer, theils auch in
seinem