einer Reise nach Corsica. zr 5
erlesener Wache reisen sollte, die mir bey jeden Zu»fall beystehen könnten. Ich machte sie zu meinenGesellschaftern, um mir dadurch die Verdrießlichkeitmeiner Reise zu erleichtern. Einer von ihnen, mitNamen Ambrosia, war eine schwarzbraune und herz»haste Creatur. Er war vielmals im Kriege gewesen.Er achtete die Wunden nicht, mid ipar nur begierigden Feind zu verderben. Er erzählte mir als eine gu-te Anekdote, daß er einsmals so glücklich gewesensey, zweene Genueser gerade in einer Reihe zu er-blicken, auf welche er gezielet, und sie beyde auf ein-mal durch den Kopf geschossen hatte. Er sprach hier-von eben so, als einer thun würde, der ein paar Krähengeschossen hatte. Ich war versichert, daß ich nichtnöthig hatte in Furcht zu seyn, und doch weiß ich nicht,wie es kam daß ich den Ambrosio bat, vor mir herzu gehen, damit ich ihn im Gesichte haben möchte.
Ich war auf meiner Huth, und gab wohl daraufacht, wie ich ihm begegnete. Doch, wie die Krank-heit einen jeden verdrüßlich machet, so vergaß ich michbisweilen, und nennete ihn einen Dummkopf, undals er einsmals wegen desWeges in einer rauhen hol-zigten Gegend verlegen war, so gericth ich in Hitze, undrüste ihm zu: „ich wundere mich, daß ein so braver„Mann so dumm seyn kann,,. Doch, wenn ich ihnhernach wieder Freund nennte, und gelassen mitihm redete, so machte ich, daßermein unaufgcräum»tes Wesen bald vergaß, und wir gierigen mit einan-der fort, wie zuvor.
x z Paoli