Z4-r Tagebuch
Der Herr von Marboeuf scherzte über die Nach«richten, die man ausgestreuet hatte, daß ich ein.Minister vom englischen Hofe wäre. Die Zeitungvon Aviqnon berichtete uns eines Tages, daß dieEngelländer ein Handelscomtoir in Corsica aufrich-tcn wollten. „O mein Herr, sagte er, nun ist das„Geheimniß entdecket. Ich sehe letzt den Verve«„gungsgrund ihrer Reise in diese Gegenden ein.„Sie sind es gewiß, der ein solches Handelscomtoir„errichten will,,.
So »»gegründet diese Gerüchte auch waren,so ist doch gewiß, daß der Herr Gheraldi einer vonden Staatssekretairs bey meiner Anwesenheit inGenua mir im Ernst sagte: „Mein Herr, ich„habe für Sie gezittert, ehe ich Sie noch gesehen„habe,,. Und da ich ihm mit einem Lächeln versi-cherte, daß ich ein bloßer Reisender wäre, so schüt-telte er den Kopf, und sagte, daß er meinetwegensehr genaue und sichere Nachricht habe. Er erzähltemir hierauf mit großer Ernsthaftigkeit: „daß ich zu„derZeit, da ich nach Corsica gekommen, in Scharlach„und Gold gekleidet gewesen; da ich aber dem höch-„sten Staatsrathc zu Corte meine Aufwartung ge-„macht hätte, so wäre ich in einem völligen schwar-ten Anzüge erschienen,,. Ich bekannte ihm diesewichtigen Wahrheiten aufrichtig, und es schien, alswenn er sich über mich sehr freucte.
Ich hatte immer mehr und mehr Ursache demHerrn von Marboeuf verbunden zn seyn. Da mirmein Arzt erlaubte, an Sr. Excellenz Tafel zu spei-sen, wo allezeit eine große Gesellschaft und viel Pracht